Als Schule in freier Trägerschaft erscheint es uns sinnvoll, die pädagogischen Aktivitäten am Evangelischen Gymnasium („evau“) an einem Leitbild zu orientieren, das an einer evangelischen Schule religiös begründet ist.
Daher soll und will unser Leitbild zunächst mit wesentlichen Grundaussagen die christliche Basis des evau dokumentieren:
Theologisches Fundament
Der Mensch
A von Gott geschaffen, geliebt und angenommen in seiner Einzigartigkeit
B als dialogfähiges Wesen befähigt und beauftragt zur Übernahme von Verantwortung in
der Beziehung zu Gott, zum Menschen, zur Natur
C zur Freiheit berufen, wird aber durch ihren Missbrauch immer wieder schuldig
D Versöhnung mit Gott und Hoffnung auf Vollendung ist ihm durch Jesus Christus
angeboten
Mit dieser Basis korrespondieren anthropologische Grundfragen, welche die Offenheit des evau für andere Weltanschauungen ermöglichen, die christlichen Grundwerten nicht widersprechen.
Anthropologische Grundfragen
Wo findet der Mensch
A seinen Ursprung? (Woher komme ich?)
B seinen Lebenssinn? (Wozu lebe ich?)
C seine Freiheit? (Wo sind meine Grenzen?)
D seine Zukunft? (Wohin gehe ich?)
Beide Bereiche sollen den Bedürfnissen aller am evau Beteiligten, also von Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrern gerecht werden. Diese sind überwiegend Angehörige evangelischer Glaubensrichtungen, aber ebenso sind Angehörige anderer christlicher wie nichtchristlicher und keiner Glaubensgemeinschaft Zugehörende willkommen. Die Schule ist ein evangelisch geprägtes Angebot für alle. Es ergibt sich die folgende gemeinsame Basis:
Ethischer Grundkonsens
A Selbstachtung und
Achtung des Anderen in seiner persönlichen Würde und Einzigartigkeit
B Verantwortung für Mitmensch und Schöpfung/Mitwelt
Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit
C Entfaltung der persönlichen Freiheit unter Respektierung der Rechte Anderer
D Zukunftsperspektiven künftiger Generationen offen halten und schützen
Daraus entwickeln sich die Leitziele des evau:
Leitziele
A Wir nehmen Rücksicht und üben Fairness gegenüber anders Aussehenden, anders
Denkenden, anders Handelnden
B Wir gestalten und erhalten unsere Schule als einen Ort des gemeinsamen Lebens und
Lernens
Wir machen uns unsere Verantwortung für die Erhaltung des Lebens auf unserer Erde
bewusst
C Wir geben uns Raum und Zeit zur Entfaltung unserer persönlichen Bedürfnisse und
Fähigkeiten im Austausch und unter Anerkennung der Fähigkeiten und Bedürfnisse
der Anderen
D Wir gehen auch an unserer Schule schonend mit den Gütern unserer Erde um
Wir schärfen unser Bewusstsein für die Erhaltung der Lebenschancen nachfolgender
Generationen
Die Einzelheiten des Schulprogramms sind als konkrete Umsetzung der Leitziele und ihrer Hintergründe zu verstehen.
Zunächst noch einmal auf der nächsten Seite das Leitbild im Überblick:
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Theologisches
Fundament |
Anthropologische
Grundfragen |
Ethischer
Grundkonsens |
Leitziele |
|
Der Mensch - von Gott geschaffen, geliebt
und angenommen in seiner
Einzigartigkeit |
Wo findet der Mensch - seinen Ursprung? (Woher
komme ich?) |
- Selbstachtung und - Achtung des Anderen in seiner
persönlichen Würde und
Einzigartigkeit |
Wir nehmen Rücksicht und üben Fairness gegenüber -
anders Aussehenden -
anders Denkenden -
anders Handelnden |
|
- als dialogfähiges Wesen befähigt und
beauftragt zur
Übernahme von
Verantwortung in der Beziehung
zu Gott, zum
Menschen, zur Natur |
- seinen Lebenssinn? (Wozu
lebe ich?) |
- Verantwortung für Mitmensch und
Schöpfung/Mitwelt - Einsatz für Frieden und
Gerechtigkeit |
Wir gestalten und erhalten unsere Schule als einen
Ort des gemeinsamen Lebens und Lernens Wir machen uns unsere Verantwortung für die
Erhaltung des Lebens auf unserer Erde bewusst |
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- zur Freiheit berufen, wird aber
durch ihren
Missbrauch immer wieder schuldig |
- seine Freiheit? (Wo sind
meine Grenzen?) |
- Entfaltung der persönlichen Freiheit unter
Respektierung der
Rechte Anderer |
Wir geben uns Raum und Zeit zur Entfaltung unserer
persönlichen Bedürfnisse und Fähigkeiten im Austausch und unter Anerkennung
der Fähigkeiten und Bedürfnisse der Anderen |
|
- Versöhnung mit Gott und Hoffnung
auf Vollendung ist ihm
durch Jesus Christus
angeboten |
- seine Zukunft? (Wohin
gehe ich?) |
- Zukunftsperspektiven künftiger
Generationen offen halten
und schützen |
Wir gehen auch an unserer Schule schonend mit den
Gütern unserer Erde um Wir schärfen unser Bewusstsein für die Erhaltung
der Lebenschancen nachfolgender Generationen |
Das Evangelische Gymnasium Siegen wurde 1964 in der Trägerschaft des Kirchenkreises Siegen unter Beteiligung des Kreises Siegen, heute Siegen-Wittgenstein, gegründet.
Als privates Gymnasium in kirchlicher Trägerschaft ist das evau durch Mitgliedschaft oder enge Zusammenarbeit zum gegenseitigen Nutzen mit vielen auch überregionalen evangelischen Institutionen verbunden. Zu erwähnen sind hier u.a. die Kirchengemeinde Weidenau, die Schulreferate des Kirchenkreises Siegen-Wittgenstein und der Landeskirche Bielefeld, das Comenius-Institut der EKD, der Evangelische Schulbund Nord sowie die Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Schulbünde.
Andererseits ist das evau als staatlich anerkanntes Gymnasium voll in das System „Schule“ des Landes NRW eingebettet. So dient es nicht nur als Ausbildungsschule für angehende Lehrerinnen und Lehrer, sondern stellt auch Lehrkräfte für die Begabtenförderung und die Lehrerausbildung an der Universität Siegen bzw. am Studienseminar für die Sekundarstufe II in Siegen. Hinzu kommt die aktive Mitwirkung von Lehrerinnen und Lehrern in der Lehrerfortbildung der BR Arnsberg sowie bei der Ausrichtung von Schülerprogrammen und -wettbewerben. Umgekehrt profitiert unsere Schule auch von den umfassenden Fortbildungsprogrammen des Landes.
In diesem fruchtbaren Spannungsfeld, dabei orientiert an den eigenen Wertsetzungen sowie an der gesellschaftlichen Wirklichkeit und offen gegenüber dem Neuen, bildet das evau – wie hier im Schulprogramm dokumentiert – sein individuelles Profil heraus und entwickelt es fortlaufend weiter.
Zur Zeit besuchen fast 900 Schülerinnen und Schüler das evau in den Jahrgangsstufen 5 bis 13. Zu den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gehören ca. 60 Lehrkräfte, drei Sekretärinnen, ein Hausmeister und mehrere Reinigungskräfte. Die Schule wird in der Sekundarstufe I dreizügig mit in der Regel 28 Schülerinnen und Schülern je Klasse geführt; in der Sekundarstufe II erhöht sich die Schülerzahl pro Jahrgangsstufe durch die Aufnahme weiterer Schülerinnen und Schüler.
Für die schulischen Aktivitäten stehen vierzig Unterrichtsräume zur Verfügung; dazu gehören Fachräume für die Naturwissenschaften (Biologie, Physik, Chemie), für Informatik, für die musischen Fächer (Musik / Kunst) und für Erdkunde. Die zwei großen Räume der „Arche“ können als Versammlungsraum für besondere Anlässe zusammengelegt werden. Hinzu kommen ein Fahrschülerraum (mit PC und Internetanschluss), ein Besprechungszimmer, der Raum für die Schülervertretung, die Schülerbücherei, ferner die „Villa“ (das ehemalige Direktorenhaus) mit Schülercafé, Andachtsraum (Raum der Stille) und dem Redaktionszimmer der Schülerzeitung, eine Sporthalle mit zusätzlicher Gymnastikhalle, eine vor kurzem renovierte Außensportanlage sowie zwei Schulhöfe.
Ursprünglich ist das Schulgebäude nur für weniger als 600 Schülerinnen und Schüler konzipiert worden. Durch die zur Zeit wesentlich höhere Schülerzahl ergeben sich erhebliche Defizite in den räumlichen Möglichkeiten der Schule. Dies betrifft alle Bereiche von den Unterrichtsräumen über die Sporthalle bis zum Lehrer- bzw. Verwaltungstrakt. Unter anderem ist daher der Ausbau der Gebäude- und Flächenkapazitäten zur Qualitätssicherung unbedingt erforderlich.
Das evau bietet als staatlich anerkanntes Gymnasium des Kirchenkreises Siegen alle Abschlüsse der Sekundarstufe I und der Sekundarstufe II (S I und S II).
Kernbereich der schulischen Aktivitäten ist der Unterricht, hier besonders der Fachunterricht (mit fächerübergreifenden Anteilen). Hinzu kommen, verteilt auf die S I und die S II, fächerverbindende und methodisch grundlegende Unterrichtsformen sowie Förderunterricht. Der Unterricht ist an unserem Leitbild und an den Richtlinien / Lehrplänen des Landes Nordrhein-Westfalen orientiert. Die jeweiligen Hauscurricula sind an der Schule einsehbar.
Im Schuljahr 2006/07 erproben wir den Unterricht im 60-Minuten-Takt, da uns die seit Jahrzehnten gängige 45-Minuten-Stunde für die Erfordernisse des schulischen Lernens nicht mehr angemessen erscheint. Vor dem Hintergrund der Forderung nach mehr Eigenständigkeit der Schülerinnen und Schüler beim Lernen sind so mehr schülerorientierte Unterrichtsformen möglich, z.B. ausgedehntere Experimente sowie längere Erarbeitungs-, Übungs- und Sicherungsphasen. Zum Zweiten erhoffen wir uns einen entspannteren Schulalltag: Die Schülerinnen und Schüler haben pro Tag weniger Fächer (u.a. mit zwei besonders ausgedehnten Pausen), die Lehrkräfte weniger Lerngruppen. Dass der Unterricht jetzt auch für die unteren Klassen einmal pro Woche bis in den Nachmittag dauert, hat seine Ursache weniger in dieser Neuregelung als vielmehr in der Umstellung auf „G8“ (Gymnasium in 8 Jahren statt bisher 9): Die durch den Wegfall der Jahrgangsstufe 13 entfallenden Stunden werden auf die übrigen Stufen umverteilt. Der Gesamtumfang der Unterrichtszeit ändert sich also durch die Umstellung auf 60 Minuten nicht. Im Laufe des Schuljahres 2006/07 werden wir über eine Fortführung des 60-Minuten-Takts entscheiden, der im Einzelnen von Montag bis Freitag (Der Samstag ist unterrichtsfrei) folgende Unterrichtszeiten aufweist:
1. – 2. Stunde: 07.45 – 09.50 Uhr (danach 25 Minuten „Große Pause“)
3. – 4. Stunde: 10.15 – 12.20 Uhr (Unterrichtsschluss für die meisten Stufen je nach Tag)
„5. Stunde“: 12.20 – 13.10 Uhr (Mittagspause für die Schüler mit Nachmittagsunterricht)
6. – 7. Stunde: 13.10 – 15.15 Uhr (Verschiedene Stufen im Wechsel je nach Tag)
- Der Freitag beginnt um 07.45 Uhr mit einer
freiwilligen Andacht; der Unterrichtsbeginn ist dann 08.00 Uhr
mit
Verkürzung der ersten drei Stunden um jeweils 5 Minuten.
- Nachmittags finden noch weitere Sportkurse
der Oberstufe statt.
- In der Mittagspause kann in der Schule
kostengünstig warmes Essen eingenommen werden.
- Schulbusse in Richtung Freudenberg
fahren nach der 4.Stunde (12.20 Uhr) sowie nach den Herbstferien
auch nach der 7. Stunde
(15.15 Uhr).
Erwähnenswert ist das vielfältige Leistungskursangebot, nach Möglichkeit auch in Fächern wie Religion, Philosophie, Französisch, Kunst und Musik. Zudem bietet die Schule zahlreiche Einstiegsmöglichkeiten in die Fremdsprachen Latein und Französisch (inklusive „Drehtürmodell“) sowie die Möglichkeit, das Fach Griechisch zu belegen.
Im Einzelnen stellen sich die Fächer folgendermaßen dar:
FACHUNTERRICHT
Das Fach Religion wird in allen Jahrgangstufen unterrichtet. Es handelt sich in der Regel um evangelische Religionslehre; in der S II wird auch katholischer Religionsunterricht angeboten und - soweit möglich - auch in der S I. Das Fach Religion ist für alle Schüler (!) Pflichtfach bis zum Ende der Jgst. 12 und kann auch in der Jgst. 13 bis zum Abitur weitergeführt werden. Recht häufig kommen auch Leistungskurse (manchmal in Kombination mit Philosophie) zustande.
Dem Religionsunterricht in der S I liegen acht obligatorische Leitlinien zu Grunde, z.B. Leitlinie 4: „In der Schöpfung mit der Schöpfung leben – Intention: pfleglicher Umgang mit der Schöpfung“ oder Leitlinie 7: „Kirche als Gemeinschaft erfahren – um Kirche streiten“.
In der S II werden verschiedene Kernfragen in fünf theologischen Themenfeldern behandelt. Solche Kernfragen sind z.B. die „Frage nach Krieg und Frieden“ oder die „ Frage nach Grund, Sinn und Ziel des menschlichen Lebens“. Die Themenfelder erstrecken sich von „Die christliche Antwort auf die Gottesfrage“ bis zum Bereich „Die Sinngebung menschlichen Daseins und verantwortlichen Handelns aus christlicher Motivation“. Insgesamt wird schon durch diese Beispiele der Bezug zum Leitbild sehr deutlich.
Teilweise aus dem Unterricht entwickelt werden auch die außerunterrichtlichen „Religiösen Angebote“ des evau wie Gottesdienste und Andachten (s. entsprechendes Kapitel).
Deutsch ist Pflichtfach für alle Schülerinnen und Schüler von Klasse 5 bis Jgst. 13; in der S II kann es als Grundkurs (Gk) oder als Leistungskurs (Lk) belegt werden.
Die Bedeutung der Sprache für den Menschen (Denken, Handeln, Kommunikation) gibt dem Fach Deutsch grundlegende Aufgaben. Es bietet sich von daher auch für eine Zusammenarbeit mit allen Fächern an (fächerverbindender und Projektunterricht).
Die Auswahl von Themen und Texten orientiert sich an Vorgaben des Leitbilds der Schule und des Curriculums, an Schülerinteressen und –bedürfnissen, an der existentiellen, kulturellen, gesellschaftlichen, historischen oder aktuellen Bedeutung.
In allen Stufen wird im kritischen und kreativen Umgang mit vielfältigen Texten und Medien Sprache erfahren
- als wesentlicher Faktor der Reflexion und Darstellung des eigenen Ich, intensiviert durch zunehmende Sprachkompetenz und –performanz (Aufgabenbereich: Sprachreflexion = früher: Grammatik, Sprachlehre)
- als Brücke und Hindernis in Bezug auf ethische und gesellschaftliche Bereiche (Texte u.a. zur Sprachsoziologie; Sprachregelung, Lenkung durch Sprache: Medien, Reden)
- als Mittel der Horizonterweiterung, der Identitätsfindung und sozialen Sensibilisierung (literarische und Sachtexte, Medien: Presse, Film, Fernsehen).
Fremdsprachen
Am evau werden als besonderes Profil vier Fremdsprachen angeboten (Englisch, Französisch, Latein, Griechisch). Für die Jgst. 9 gilt im Differenzierungsbereich eine besondere Regelung: Jede Schülerin und jeder Schüler beginnt mit einer dritten Fremdsprache, die aber nach einem halben Jahr durch eine nichtsprachliche Fächerkombination ersetzt werden kann.
Englisch ist für alle Schülerinnen und Schüler erste Fremdsprache und obligatorisches Unterrichtsfach in den Klassen 5 bis 10. In der Oberstufe wird das Fach sowohl in Grund- als auch in Leistungskursen angeboten.
Spracherwerb und Sprachanwendung zielen auf Kommunikationsfähigkeit im Austausch mit der englischsprachigen Welt wie auch auf den Gebrauch des Englischen als internationale Geschäfts- und Konferenzsprache sowie als lingua franca. Dabei fördert der Englischunterricht den aktiven und kreativen Umgang mit Texten, insbesondere auch Kompetenz im Umgang mit neuen Medien.
Das übergeordnete Ziel des Unterrichtsfachs Englisch, die interkulturelle Handlungsfähigkeit, steht in allen Jahrgangsstufen in engem Zusammenhang zum Leitbild des evau. So sind die Stärkung des selbstbestimmten und kooperativen Lernens sowie die Unterstützung interkultureller Lernprozesse zentrale Elemente des Englischunterrichts in allen Jahrgangsstufen.
Latein kann als zweite Pflichtsprache ab Jgst. 7 gewählt werden („Latinum“ am Ende der Jgst. 11). Auch als dritte Fremdsprache (ab Jgst. 9) steht Latein zur Verfügung („Latinum“ in der Regel am Ende der Jgst. 12).
Beide Laufbahnen (L7 und L9) können als Gk bis zum Abitur durchgeführt werden; bei geringen Schülerzahlen erfolgt eine Zusammenlegung nach der Jgst. 11.
Beliebte Unterrichtsformen wie Partnerarbeit fördern soziale Kompetenz ebenso wie die „historische Kommunikation“, also die Auseinandersetzung mit den Inhalten der zu Grunde liegenden Texte (Vergleich Antike – Gegenwart: z.B. „Familienstrukturen Rom / Gallien / Mittelalter“ oder „Imperialismus Römische Provinzen / Frankenreich“). Exkursionen in der Jgst. 9 zu Denkmälern römischer Kultur runden diesen Bereich ab.
Noch „handfester“ ist die leitzielgemäße Steigerung der Kommunikationsfähigkeit der Schüler: Latein liefert die Grundlage für weitere Fremdsprachen, für wissenschaftliche Fachsprachen und für den Erwerb muttersprachlicher Fertigkeiten und Kenntnisse.
Französisch bietet drei Einstiegsmöglichkeiten am evau:
Als zweite Pflichtsprache ist es – alternativ zu Latein – von Jgst. 7 an belegbar.
Als dritte Fremdsprache ist der Einstieg ab Jgst. 9 – alternativ zu Griechisch - möglich.
Beide Lehrgänge werden auch in der S II als Gk (manchmal auch als Lk) durchgeführt. In der Regel erfolgt eine Zusammenlegung von F7 und F9 nach der Jgst. 11.
Französisch kann auch ab der Jgst. 11 neu begonnen werden: als vierte Fremdsprache für die besonders Sprachinteressierten (Laufbahn: Englisch ab 5 / Latein ab 7 / Griechisch ab 9 / Französisch ab 11) und als zweite Pflichtsprache für die „Seiteneinsteiger“ aus den Haupt- und Realschulen, die am evau die Gymnasiale Oberstufe durchlaufen wollen.
Als offizielle Amtssprache der EU hat Französisch eine besondere Bedeutung im europäischen Sprachraum. Erweiterung der sprachlichen Kompetenzen zur Entfaltung der eigenen Persönlichkeit wird ebenso angestrebt wie z.B. Verständnis für andere Lebensweisen und Toleranz. Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang besonders der Schüleraustausch in Jgst. 9 mit unserer Partnerschule in Lille. In der S II werden wichtige gesellschaftliche Rahmenbedingungen genauso behandelt wie Themen mit philosophischem Hintergrund.
„Drehtürmodell“: Besonders leistungsstarken Schülerinnen und Schülern machen wir das Angebot, Latein und Französisch ab Kl. 7 parallel zu erlernen. Die Schülerinnen und Schüler besuchen abwechselnd die geblockten Latein- bzw. Französischstunden ( also 2 Mal 2 Wochenstunden statt 4 Mal 1). Der jeweils versäumte Lernstoff muss selbstständig nachgearbeitet werden, so dass der / die Betroffene nicht nur im sprachlichen Bereich, sondern auch auf dem Gebiet Selbstorganisation / Eigenständigkeit besondere Entwicklungsmöglichkeiten hat. Bei Überforderung oder Überlastung kann diese Laufbahn an jedem Halbjahresende abgebrochen werden, indem man sich für eine der beiden Sprachen endgültig entscheidet.
Diese Fremdsprache kann am evau ab Jgst. 9 als dritte Fremdsprache belegt werden. In der
S II ist die Fortführung als Gk bis zum Abitur möglich („Graecum“ i.d.R. nach Jgst. 12), sofern genügend Schülerinnen und Schüler interessiert sind.
Das Fach Griechisch bietet Kompetenzerweiterungen im kommunikativen Bereich, da es wichtige Grundlage wissenschaftlicher Fachsprachen ist. Die Begegnung mit den „Erfindern“ fast sämtlicher literarischer Gattungen und mit ihren Werken sowie die Gegenüberstellung der antiken und der heutigen Welt (u.a. auch „Antike und christliche Gottesvorstellungen“) anhand von Originaltexten bilden einige der leitbildorientierten Aspekte des Faches. Auch Neugriechisch wird ansatzweise vermittelt.
Die in der Regel recht kleinen Lerngruppen bieten zudem gute Voraussetzungen für den Erwerb sozialer Fertigkeiten und methodischer Eigenständigkeit.
Mathematik ist belegpflichtig in allen Stufen von Jgst. 5 bis Jgst. 13; in der S II kann das Fach als Gk oder Lk belegt werden. In der Mittelstufe wird bisweilen auch nach Geschlechtern getrennt unterrichtet.
Die im Mathematikunterricht vermittelten Denkstrukturen können sich positiv auf die Bewältigung vieler Lebensbereiche auswirken und tragen daher zur Entfaltung der eigenen Fähigkeiten bei. So werden z.B. in der Stochastik Einsichten erreicht, die die Schülerinnen und Schüler befähigen, die Aussagekraft von Umfragen und Statistiken zu beurteilen. Die Beschäftigung mit der Analysis ermöglicht das Verständnis von funktionalen Zusammenhängen in der Lebenswirklichkeit. Die Analytische Geometrie ermöglicht es, den Raum zu strukturieren und mittels dieser Struktur geometrische Zusammenhänge deutlich zu machen. Hinzu kommt die Förderung sozialer Kompetenz (Teamwork etc.), wenn Formen schülerorientierten Arbeitens durchgeführt werden.
Naturwissenschaften
Als Naturwissenschaften werden am evau Biologie, Physik und Chemie angeboten. Diesem Bereich angegliedert ist das in der S II unterrichtete Fach Informatik.
Biologie wird in den Stufen 5, 6, 7 und 9 der S I unterrichtet; in der S II kann man das Fach als Gk oder Lk weiterführen.
Im Fach Biologie geht es in allen Jahrgangsstufen um die Vermittlung naturwissenschaftlicher Grundlagen und Kenntnisse in den verschiedensten biologischen Bereichen (fachspezifische Inhalte und Methoden). Zum Biologieunterricht gehört auch das Nachdenken z.B. über ethische wie auch über umweltrelevante Fragen. Im Sinne der Leitziele sind u.a. folgende Themenkomplexe aus dem biologisch-ethischen Bereich denkbar: „Lebewesen und Lebensräume – schutzbedürftig“; „Gentechnik – Verantwortung des Menschen“; „Geschlechtererziehung – gegenseitige Achtung und Rücksicht“. Ein weiterer ständig wiederkehrender Bereich ist z.B. die Untersuchung der Wechselwirkungen von Umweltfaktoren auf Lebewesen.
Physik ist Unterrichtsfach in den Stufen 6, 8, 9 und 10 der S I und kann in der S II als Gk und Lk belegt werden. In der Mittelstufe wird das Fach manchmal nach Geschlechtern getrennt unterrichtet.
Der Physikunterricht in der S I vermittelt grundlegende Kenntnisse und Qualifikationen, indem er Einsichten in Naturvorgänge eröffnet und für ein besseres Verständnis unserer natürlichen und technischen Umwelt sorgt. In der S II integriert und vertieft der Unterricht die in der S I begonnenen Konzepte und führt, erweitert um wissenschaftstheoretische und philosophische Aspekte, hin zu umfangreicher Theoriebildung. Durch das Lernen im Kontext wird der Anwendungsbezug betont. Unterrichtet werden diese Sachbereiche: Mechanik, Optik, Elektrik, Relativitätstheorie, Thermodynamik sowie Atom- und Quantenphysik.
Chemie wird in der S I in den Klassen 8 bis 10 unterrichtet; in der S II ist neben dem Grundkurs auch die Durchführung eines Lk möglich.
Der Chemieunterricht in der S I bildet mit Themen wie „Stoffe und Stoffeigenschaften“ und „Atombau und Periodensystem“ die Basis für die systematische Vertiefung der theoretischen Grundlagen in der S II (Beispiele: „Elektrochemie“ / „Chemie der Aromaten“ etc.).
Themen wie „Reinhaltung von Luft und Wasser“, „Erneuerbare Energien“ und „Schonender Umgang mit Ressourcen“ haben einen unmittelbaren Leitbildbezug im Bereich Mitwelt / Schöpfung. Praxis- und handlungsorientierter Unterricht in der S I (Versuche und Analysen) fördert sowohl Eigenständigkeit als auch soziale Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler.
Informatik ist keine eigentliche Naturwissenschaft, kann aber bei der Schwerpunktsetzung in diesem Bereich mit berücksichtigt werden. Das Fach findet sich einerseits im Kombinationskurs Physik-Informatik des Wahlpflichtbereichs II (Jgst. 9.2 bis 10) und andererseits als Informatik-Grundkurs der S II.
Die Informatikanteile des Kombikurses in der S I sind die Verwendung von Standard-Software, erste Programmiererfahrungen mit der graphikorientierten Sprache „Logo“ und die Entwicklung von Schaltungen im Bereich Software, die punktuell auch handwerklich (löten) in Hardware umgesetzt werden.
Die Grundkurse der S II bauen inhaltlich nicht auf diesen Erfahrungen auf. Die Unterrichtssequenzen verwenden einen objektorientierten Ansatz unter Verwendung visueller Werkzeuge. Die Umsetzung erfolgt mit dem Programmierwerkzeug „Delphi“. Sprachunabhängige Sequenzen können u.a. der Aufbau des „Von-Neumann-Rechners“, Verschlüsselungsmethoden oder Themen zum Datenschutz sein.
Gesellschaftswissenschaften
Die Gesellschaftswissenschaften Geschichte, Erdkunde und Politik werden in der S I wechselweise, z.T. auch gleichzeitig unterrichtet. In der S II kommt Philosophie dazu; das Fach Politik wird zu Sozialwissenschaften erweitert. Alle diese Fächer können grundsätzlich als Gk oder Lk in der S II bis zum Abitur geführt werden. Dabei gilt: Eines der Fächer muss bis zum Abitur beibehalten werden; Geschichte und Sozialwissenschaften müssen auf jeden Fall belegt werden, wenn nicht als Gk oder Lk, dann spätestens in der Jgst. 13 als zweistündiger Zusatzkurs.
Das evau bietet Geschichte in der S I in den Stufen 6, 7, 9 und 10 sowie als Gk und Lk in der S II, darüber hinaus auch als Zusatzkurs in der 13.
Die zentralen Themen des Fachs Geschichte in der S I und (in vertiefender Form) in der S II sind folgende: „Europäische Wurzeln in der antiken griechischen und römischen Kultur“, „Christliches Mittelalter und Islam“, „Das Doppelgesicht des Fortschritts (u.a. mit Blick auf die Industrialisierung)“, „Europa als gemeinsamer Kulturraum mit gemeinsamem historischen Erbe“ und „Demokratie und totalitäre Herrschaftsformen (Nationalsozialismus / kommunistische Diktatur)“.
In der S II werden darüber hinaus Ideologiekritik und kritischer Umgang mit Primär- und Sekundärquellen zu unterrichtlichen Schwerpunkten. Alle diese Themen und Bereiche bieten Anknüpfungspunkte zu den Leitzielen.
Das Fach Erdkunde wird in der S I in den Klassen 5, 7, 8 und 9 unterrichtet und kann in der
S II als Gk oder Lk weitergeführt werden.
Erziehung im Fach Geographie bedeutet die Förderung affektiver Einstellungen (z.B. „Das Interesse an der eigenen Umgebung, an der Vielfalt der Erde einschließlich der Wertschätzung der physischen Welt“) sowie die Einsicht in die Bedeutung des Erwerbs grundlegenden Wissens sowohl zur Ressource als auch zur Legitimation sozialen Handelns: ethische Verantwortlichkeit (Beispiele hier u.a. „Integrierter Umweltschutz“, „Gewährleistung urbaner Lebensqualität“, „Nutzungskonflikte und Interessengruppen“, „Interkulturelles Lernen“).
Ein übergreifender Zielbereich ist das Problem der Nachhaltigkeit, welches die Bedürfnisse der heutigen, aber auch die Möglichkeiten zukünftiger Generationen zum zentralen Thema macht (Beispiele sind u.a. „Erneuerbarkeit und Substituierbarkeit von Ressourcen“, „Anpassungs- und Aufnahmefähigkeit der natürlichen Umwelt“, „Reflexion der Lebensstile“).
Das Fach Politik wird in der S I in den Jahrgangsstufen 6, 8 und 10 unterrichtet. In der Oberstufe ist Politik neben Wirtschaft und Soziologie in das Fach Sozialwissenschaften integriert. In der Oberstufe muss das Fach als Gk bzw. Lk oder spätestens in der Jgst. 13 als Zusatzkurs belegt werden.
Im Mittelpunkt des Faches steht die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen und individuellen Phänomenen zur Entwicklung sozialer und individueller Kompetenz. Die Lernenden sollen befähigt werden, an der Gestaltung gegenwärtiger und zukünftiger gesellschaftlicher Wirklichkeit in sozialer und individueller Verantwortung mitzuwirken. Unterrichtsreihen wie z.B. „Behinderte Menschen – Menschen wie wir“ (Klasse 6), „Integration ausländischer Mitbürger und Mitbürgerinnen“ (Jgst. 11), „Globalisierung und nachhaltige Entwicklung“ (Jgst. 13) stehen in direktem Bezug zu unseren Leitzielen.
Das Fach Philosophie wird als Gk und gegebenenfalls auch als Lk in der S II angeboten.
Der Philosophieunterricht thematisiert die Grundlagen menschlichen Wissens und Denkens, die Normen und Werte des Handelns und die Bedingungen der Wirklichkeit in ihren kulturellen, gesellschaftlichen, ökonomischen, geschichtlichen und politischen Ausprägungen. Er bedient damit das menschliche Grundbedürfnis nach der Beantwortung von Fragen, die aus der Suche nach einem Selbstverständnis sowie dem Zweifel am Selbstverständlichen erwachsen. Damit korrespondiert er in vielfältiger Weise mit den anthropologischen Grundfragen des Leitbildes unserer Schule und mit den Antworten, die dort in theologischer bzw. religiöser Hinsicht gegeben werden. Insbesondere Fragestellungen im Bereich der Anthropologie (z.B. „Der Mensch als Leib- und/oder Geisteswesen“), der Ethik (z.B. „Begründung und Herkunft sittlicher Normen“) und der Deutung des Verhältnisses Mensch – Natur (z.B. „Natur als Ressource oder Gegenstand sittlicher Verpflichtung“) weisen unmittelbare Bezüge zum Leitbild auf.
Musische Fächer
Dieser Bereich bildet einen besonderen Schwerpunkt am evau. Eines der Fächer Musik bzw. Kunst muss in der S II mindestens bis zum Ende der 12 belegt werden; alternativ steht in der Jgst. 12 das Fach Literatur zur Verfügung.
Das Fach Musik wird in der S I vorwiegend in den Eingangsstufen unterrichtet und kann in der S II als Gk oder Lk gewählt werden.
Im Unterricht werden vielfältige Möglichkeiten zum gemeinsamen Musizieren geboten. Dabei haben die Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klasse die Möglichkeit, zwischen dem traditionellen Unterricht, einer Chorklasse und einer Streicherklasse zu wählen. Alle Klassen können ohne Voraussetzungen bezüglich der bisherigen musikalischen Ausbildung, also auch von jedem Anfänger belegt werden. Kosten entstehen natürlich nur für die Streicherklassen, da hier Instrumentallehrer der Musikschule eingesetzt werden müssen. Die Kosten sind jedoch durch das Angebot der Musikschule Siegen konkurrenzlos günstig. Sie betragen pro Person im Monat 18 Euro; die Instrumente werden von der Schule gestellt.
Das Fach Kunst wird in der S I am evau im Regelfall kontinuierlich von Klasse 5 bis Klasse 9 unterrichtet (Ersatz durch Textilgestaltung meist in Klasse 6); in der S II kommen neben Grundkursen regelmäßig Leistungskurse zustande.
Der Kunstunterricht fördert die Kreativität der Schüler und trägt somit wesentlich zur Entfaltung der eigenen Persönlichkeit bei. Hierbei werden einerseits sensorische Fähigkeiten geschult (Wahrnehmung durch Augen und Hände), andererseits motorische (Zeichnen, Malen und Formen). Auf kontinuierliche Steigerung der Selbstständigkeit der Schülerinnen und Schüler bezüglich der künstlerischen Problemlösungen wird insbesondere in der S II geachtet. Parallel zur Schulung der praktischen Fertigkeiten stehen die kognitiven Anteile in Kunstgeschichte und Interpretation sowie die Vermittlung theoretischer Grundlagen (z.B. Farbenlehre / Perspektive etc.).
Über die unterrichtliche Thematisierung von praktischen und theoretischen Aspekten der
Kunst hinaus werden weitere Aktivitäten durchgeführt (z.B. Ausstellungsbesuche, eigene Ausstellungen etc.). Mit dem Fachbereich 4 (Abteilung Kunst) der Universität Siegen besteht eine enge Zusammenarbeit.
Dieses Fach dient in der Jgst. 12 als Alternative zu den musischen Fächern; es kann nur als Grundkurs belegt werden.
Einen hohen kreativen Anteil – und damit die Verbindung zu den musischen Fächern – hat der Kurs, da die Schüler eigene Texte in Prosa oder Lyrik erstellen. Hierbei tritt der affektive Bereich in den Vordergrund, denn als Ausgangspunkt und Inspiration werden u.a. sinnliche Wahrnehmungen genutzt. Methodische und intentionale Parallelen zur von demselben Kollegen geleiteten „Theaterkiste“, dem über die Region bekannten Schülertheater des evau, sind keineswegs zufällig.
Sportunterricht gibt es verpflichtend in jeder Stufe des evau und wird in der S II als Grundkurs durchgeführt. Es besteht die Möglichkeit, Sport als Abiturfach zu wählen.
Zielgerichtet werden sowohl sensomotorische (z.B. „Wahrnehmung des eigenen Körpers in Bewegungs-, Spiel- und Übungsformen“) als auch affektive (z.B. „Umgang mit Erfolg / Misserfolg“) sowie soziale Entwicklungsprozesse (z.B. „Gegenseitiges Vertrauen beim Helfen und Sichern“) in Gang gesetzt bzw. gefördert. Auch Gesundheits- und Umweltbewusstsein sind Bestandteile des Sportunterrichts (z.B. „Natur erleben – Natur bewahren“).
Nicht zuletzt findet einmal im Jahr eine „Sportwoche“ statt, an der alle Schülerinnen und Schüler in mindestens einer selbst gewählten Sportart teilnehmen.
In den Jahrgangstufen 5/II und 6/I werden die Schülerinnen und Schüler mit Lese- und Rechtschreibschwäche besonders gefördert (eine Stunde pro Woche). Die Auswahl für die Förderkurse erfolgt nach einem standardisierten Rechtschreibtest, der im ersten Halbjahr der Klasse 5 durchgeführt wird.
In die Jahrgangsstufe 11 nimmt das evau jedes Jahr eine zusätzliche Klasse von „Seiteneinsteigern“ aus den Real- und Hauptschulen auf. Um diesen Schülern die Integration zu erleichtern, werden sie in Mathematik, Deutsch und Englisch durch einstündige Angleichungskurse oder Zusatzstunden an das Niveau der Gymnasialen Oberstufe herangeführt.
Individuell oder in Kleingruppen können Schülerinnen und Schüler mit Schwächen in einzelnen Fächern Förderung durch ältere, leistungsstarke und speziell geschulte Schülerinnen und Schüler gegen geringes Entgelt einmal pro Woche oder auch in „Crash-Kursen“ erfahren.
Besonders leistungsstarke Schülerinnen und Schüler werden z.B. in Zusammenarbeit mit dem Verein zur Förderung hochbegabter Kinder in Südwestfalen durch über die Unterrichtsfächer hinausgehende Angebote gefördert (z.B. Chinesisch, Astronomie, Rhetorik, Theater usw.)
Fächerverbindende Unterrichtsformen ziehen sich am evau durch sämtliche Altersstufen von Klasse 5 bis 13. Ziel ist es, die Schüler mit grundlegenden methodischen Fertigkeiten auszustatten, und das sowohl im kognitiven (z.B. Umgang mit dem PC) als auch im sozialen Bereich (z.B. Teamwork). Dieser Vorgang erfolgt altersgemäß Schritt für Schritt, so dass die erworbenen Fähigkeiten auch im „normalen“ Unterricht angewendet und geübt werden können. Hinzu soll die Erkenntnis kommen, dass die einzelnen Fächer nicht isoliert nebeneinander existieren, sondern ihren eigentlichen Wert erst in der Verbindung mit den übrigen offenbaren („Vernetztes Denken“).
In Jgst. 5/6 findet mindestens ein fächerverbindendes Projekt statt. Das bedeutet, dass ein Unterrichtsgegenstand (z.B. „Haus“) von verschiedenen Fächern in den jeweils zur Verfügung stehenden Unterrichtsstunden thematisiert wird (z.B. Physik / Kunst / Deutsch / Geschichte). Schwerpunktziele liegen hier im Bereich der Teamfähigkeit.
In Jgst. 7/8 soll das neu entwickelte Konzept eines fächerverbindenden Unterrichtsprojekts mit beliebigem Gegenstand (z.B. „Wangerooge“ / „Zeitung“) mit dem Schwerpunkt „Verfahrenstechniken“ erprobt und weiterentwickelt werden. Damit sind z.B. Informationsbeschaffung (Internet / Bibliothek), Mnemotechniken, Referate usw. gemeint.
In Jgst. 9/10 findet seit dem Schuljahr 2000/01 nach Möglichkeit das einstündige Unterrichtsfach „Methodenschulung“ statt. Hier werden die in 7/8 eingeführten Verfahrensweisen vertieft (z.B. gezieltes Suchen im Internet) und erweitert (z.B. Tabellenkalkulation / Rhetorik). Dabei hat der Kurs sowohl naturwissenschaftliche als auch geisteswissenschaftliche Schwerpunkte.
Seit 2000/01 gibt es die Facharbeit. Sie ersetzt die 1. Klausur von 12/II in einem vom Schüler selbst ausgewählten und schriftlich belegten Fach. Hierbei stehen alle Fächer mit Ausnahme von Sport und Literatur zur Verfügung. Die Facharbeit ist eine Hausarbeit zu einem vom Schüler mit dem Fachlehrer festgelegten Fachthema. Insofern – sie ersetzt ja auch eine Fachklausur – hat sie einen starken fachimmanenten Aspekt. Der eigentliche Sinn liegt aber fächerübergreifend in dem Nachweis, selbsttätig die in den früheren Stufen erworbenen methodischen Fertigkeiten im Sinne einer wissenschaftlichen Arbeit anwenden zu können. Eingeübt werden die speziellen Fertigkeiten (Bestandteile einer wissenschaftlichen Arbeit / Zitieren usw.) in der Jgst. 11 im Fach Deutsch anhand einer kleinen Hausarbeit.
Letztendlich findet alle zwei Jahre für die ganze Schule eine einwöchige Projektwoche statt. Hier sollen in kleineren gemischten Projektgruppen fachunabhängig (aber meist unter einem gemeinsamen Oberthema, z.B. „Südafrika“) die in den einzelnen Stufen erworbenen Fähigkeiten angewendet und ausgebaut werden.
Verkehrserziehung
Verkehrserziehung ist obligatorischer Bestandteil des Unterrichts in der S I. Besondere Zielgruppen bilden die Klassen 5 und 9.
In der fünften Klasse konzentrieren sich die Inhalte der Verkehrserziehung auf die neue Situation der Schülerinnen und Schüler mit dem thematischen Schwerpunkt „Mein neuer Schulweg – Gefahrenquellen und verkehrsgerechtes Verhalten“. Diese Unterrichtseinheit wird in Zusammenarbeit mit der Siegener Kreispolizeibehörde durchgeführt und beinhaltet u.a. eine Schulwegbegehung.
In der Jahrgangsstufe 9 hat sich der „Mofakurs“ als Teil der Verkehrserziehung fest etabliert. Dieser findet ebenfalls in enger Zusammenarbeit mit der Siegener Kreispolizeibehörde und im Verbund mit dem Fürst-Johann-Moritz Gymnasium Siegen statt. Der Kurs ist auf ein Schulhalbjahr ausgelegt und umfasst eine theoretische und praktische Ausbildung. Den Abschluss bildet eine TÜV-Prüfung zum Erwerb der Mofa-Prüfbescheinigung. Die Unterrichtsinhalte reichen von der Gefahrenlehre über die Unfallverhütung bis hin zu Fragen der Ökologie.
Für interessierte Schülerinnen und Schüler bieten wir die Möglichkeit, aufbauend auf den Fachunterricht und verschiedene Arbeitsgemeinschaften, an regionalen und überregionalen Wettbewerben und Prüfungen teilzunehmen, z.B.:
- Sportwettkämpfe (Volleyball / Basketball / Hockey / Gerätturnen / Schwimmen / Tennis)
- Mathematikolympiade
- Physikolympiade
- Certamen Carolinum (Alte Sprachen)
- DELF (Französisches Sprachdiplom)
- Planspiel Börse
- Wettbewerb „Politische Bildung“
Neben dem obligatorischen Religionsunterricht bietet das evau Gelegenheit, auch außerhalb des unterrichtlichen Rahmens religiöse Erfahrungen zu machen.
Jeweils am ersten Schultag nach den Sommer- und nach den Weihnachtsferien findet seit vielen Jahren in der Haardter Kirche ein Gottesdienst für die gesamte Schule statt. Die Beteiligung von Pfarrerinnen und Pfarrern soll dabei die Verbindung mit der Weidenauer Gemeinde und dem Kirchenkreis aufzeigen und festigen. Aus der Schule sind neben verschiedenen musischen Gruppen (Chöre / Bläserkreis) Interessierte aus Schülerschaft und Kollegium sowie die Schulleitung an Vorbereitung und Durchführung beteiligt.
Andacht
Eine fünfzehnminütige Andacht (getrennt nach Erprobungsstufe und Mittel- und Oberstufe) findet einmal pro Woche während der Schulzeit in der Arche statt.
Für die Gestaltung der Oberstufenandacht zeichnen die Religionskurse der Oberstufe, bisweilen auch der Mittelstufe, ein Mal im Schulhalbjahr verantwortlich. In Zusammenarbeit mit dem betreffenden Religionslehrer sollen einzelne Schüler des Kurses aus dem Unterricht erwachsende oder individuell als bedeutsam empfundene Themen aufgreifen. Die Gestaltungsformen sind grundsätzlich nicht festgelegt.
Die Unterstufenandacht wird in ähnlicher Weise in der Regel von Oberstufenschülern gestaltet. Bei beiden Andachten stehen Religionslehrer beratend zur Verfügung.
Regelmäßig am letzten Schultag vor den Weihnachtsferien wird ein Gottesdienst für die Klassen 5 und 6 in der Arche durchgeführt. In unregelmäßiger Folge gibt es solche Jahrgangsgottesdienste auch zu geeigneten Terminen für andere Stufen. Im Gegensatz zu den oben dargestellten Formen wird hier von allen erwartet, dass sie als Schülerinnen und Schüler des Evangelischen Gymnasiums an dem jeweiligen Gottesdienst teilnehmen.
(s. S.25 Kapitel „Berufsorientierung“)
Jedes Jahr nimmt das evau zahlreiche neue Schülerinnen und Schüler in die Jahrgangsstufen 5 und 11 auf, darunter auch gelegentlich Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen Arten von körperlichen Behinderungen. Hinzu kommen einzelne „Quereinsteiger“ in verschiedenen Jahrgangsstufen. Dabei unterstützen besondere Maßnahmen die pädagogische Arbeit von Klassenlehrern und Jahrgangsbegleitern.
Für die Integration der jungen Schülerinnen und Schüler der Erprobungsstufe 5/6 (pro Jahrgang etwa 84 in jeweils drei Klassen) und für Hilfestellung bei der Vertretung ihrer Belange (z.B. in der Schülervertretung) werden am evau ältere Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgangsstufen 10 bzw. 11 als Mentoren eingesetzt. Diese Schüler, in der Regel zwei für jede Klasse, werden in einer Schulung ausgewählt und auf ihre Aufgabe vorbereitet.
Zu Beginn der Jahrgangsstufe 11 kommen jedes Jahr ca. 25 bis 30 neue Schülerinnen und Schüler in die Gymnasiale Oberstufe des evau. Um diese zu integrieren, zugleich die Integration der drei bisherigen Klassen 10 innerhalb des Kurssystems zu erleichtern und soziale Kompetenz zu fördern, findet ein mehrtägiges Seminar der gesamten Stufe mit den Jahrgangsbegleitern und auswärtigen Trainern in Nordwalde im Münsterland statt.
Das evau steht für körperbehinderte Schülerinnen und Schüler grundsätzlich offen, soweit es die baulichen, technischen und personellen Voraussetzungen zulassen.
Für motorisch behinderte Kinder ist das evau baulich nicht optimal ausgerüstet (Zum Beispiel ist ein Aufzug nicht vorhanden); wir bemühen uns durch raumorganisatorische Maßnahmen diesen Schülerinnen und Schülern lange Wege zu ersparen. Im Unterricht selbst sind für solche Schüler kaum besondere Vorkehrungen notwendig.
Bei der Integration sensorisch behinderter Schülerinnen und Schüler (Schwerhörigkeit bis zur Taubheit / Sehschwäche bis zur Blindheit) ist es im Prinzip umgekehrt: Hier werden besondere Anforderungen an die Unterrichtsgestaltung gestellt. Einerseits hilft die technische Ausrüstung (z.B. Sprachsender für den Lehrer bei schwerhörigen Schülern mit der Folge des pädagogisch ungünstigen „Lehrerechos“; Laptop für die blinde Schülerin), andererseits sind die Fortbildung der Kolleginnen und Kollegen und die zeitaufwendige Vorbereitung von Unterrichtsmaterialien gerade im Bereich der Blindenintegration unabdingbar. Für die technische Seite steht zur Zeit ein Zivildienstleistender zur Verfügung. Zudem begleitet und berät uns - neben anderen integrativ arbeitenden Schulen - das Förderzentrum zur Integration blinder und sehbehinderter Schüler (FIBS) in Soest.
Ziel der Integration behinderter Schülerinnen und Schüler ist nicht nur die Förderung der betroffenen Person selbst, sondern auch die der Mitschüler: Verständnis, Rücksichtnahme und die Bereitschaft angemessen zu helfen sind für unsere Schule wichtige Erziehungsanliegen.
Während ihrer Schulzeit kann es für Schülerinnen und Schüler aus unterschiedlichen Gründen in Einzelfällen zu Krisensituationen kommen. In diesen Fällen gibt es Beratungsangebote an unserer Schule, die zum einen vorbeugend, zum anderen auffangend wahrgenommen werden können.
Grundsätzlich steht für Schülerinnen und Schüler in schulischen, familiären oder persönlichen Konflikt- bzw. Krisensituationen zunächst jede Lehrkraft als Ansprechpartner zur Verfügung (z.B. Klassenlehrer/in; Lehrkräfte, zu denen man ein besonderes Vertrauensverhältnis hat.) Sollte sich das Problem als schwerwiegender erweisen, kann die Beratungslehrerin der Schule hinzugezogen werden. Sie hat die Möglichkeit, Kontakte zu Beratungsstellen zu vermitteln, insbesondere auch zur Ehe-, Familien- und Lebensberatung des Kirchenkreises Siegen (EFL), in der professionelle Hilfe zur Unterstützung angeboten wird. Selbstverständlich erfolgen alle schritte nur mit dem Einverständnis des Betroffenen; alle eingeschalteten Personen unterliegen der Verschwiegenheitspflicht (auch gegenüber anderen Lehrkräften).
Das Angebot richtet sich natürlich auch an Eltern und Lehrerinnen und Lehrer.
Rein vorbeugend ist unser Konzept im Bereich der Gefahren legaler und illegaler Sucht- und Rauschmittel angelegt. Eine tatsächliche Beratung im Ernstfall dürfen und können wir nicht anbieten, wohl aber eine Vermittlung an geeignete Stellen für Hilfe suchende Schülerinnen und Schüler sowie deren Familien.
Die eigentliche Fachkompetenz bei der Prävention liegt bei unseren Partnern, der Drogenberatungsstelle des Kreises Siegen-Wittgenstein in Kreuztal und dem Drogendezernat der Kreispolizeibehörde. Deren Aktivitäten an unserer Schule werden von der Drogenbeauftragten des evau koordiniert und mit den betreffenden Klassenlehrern umgesetzt. Ging man in früheren Jahren davon aus, dass die Vermittlung nackter Fakten über die Wirkungsweise von Drogen der geeignete Ansatz sei, ist man mittlerweile zu der Erkenntnis gekommen, dass die Prävention einerseits früher einsetzen muss (spätestens Jgst. 7) und andererseits u.a. auf der Auslösung persönlicher Betroffenheit beruhen sollte (z.B. durch konkrete Fallstudien / Gespräche mit Mitgliedern der „Anonymen Alkoholiker“).
Alle Schülerinnen und Schüler, Eltern und Mitarbeiter sollen das evau als angenehmen Ort des Zusammenlebens empfinden. Dafür ist es notwendig, dass alle das Schulgelände, das Schulgebäude, die Einrichtungsgegenstände und die unmittelbare Umgebung als eigenen Besitz und als Besitz der anderen – und damit als wertvoll und erhaltenswert – begreifen. Auf der anderen Seite bietet die waldnahe Lage des evau die Möglichkeit, den Menschen als Bestandteil seiner unmittelbaren Mitwelt praktisch begreif- und erfahrbar zu machen, und das intensiver, als es die vielfach eher theoretische unterrichtliche Beschäftigung mit diesem Themenbereich kann. Somit bilden also sowohl die Belange des Miteinanders in der Schulgemeinschaft als auch die Bedürfnisse von Natur und Mitwelt die Grundlage für die folgenden Ansätze und Einrichtungen.
Erprobungsstufe 5/6: Hier rückt zunächst die kleinste Einheit, der eigene Klassenraum, in den Mittelpunkt. Auf der einen Seite sollen Anregungen von Eltern und Schülern zur Klassenraumgestaltung aufgegriffen und unterstützt werden; andere Kurse, die den Klassenraum zwischenzeitlich nutzen, sollen die vorherige Sitzordnung wiederherstellen und keine mutwilligen Schäden verursachen. Auf der anderen Seite wird angestrebt (und das nicht nur in der Erprobungsstufe), dass die Schüler zu Beginn oder am Ende der Unterrichtsstunde im Klassenraum eventuellen Abfall beseitigen. Das Thema „Müll“ wird im Unterricht thematisiert (Klassenlehrer).
Alle Maßnahmen sollten auch in den höheren Stufen fortgeführt werden.
Jahrgangsstufe 7: Diese Stufe kümmert sich in besonderem Maße um die Sauberkeit auf dem „Oberen Schulhof“ und in den Fluren. Jeweils nach den „großen“ Pausen kommen einige Schülerinnen und Schülern der Stufe dieser Aufgabe nach. Damit alle Schüler möglichst gleichmäßig beteiligt werden, erfolgt eine wöchentliche Rotation. Außerdem engagieren sich die Schülerinnen und Schüler der Stufe 7 regelmäßig bei den Aktionen der Waldsäuberung. Das Zielgebiet ist dabei der schuleigene „Wald“ und der Bereich vom Tiergarten bis zur so genannten „Panzerwiese“.
Jahrgangsstufen 11 bis 13: Für den derzeitigen Aufenthaltsbereich der S II gilt ein von der SV initiierter „Fegeplan“. Im täglichen Wechsel reinigen jeweils drei Schüler bzw. Schülerinnen einer Lk-Schiene in 12 / 13 bzw. eines Grundkursblocks in 11 den angesprochenen Bereich. So wird jeder Schüler der Oberstufe etwa zweimal pro Schuljahr tätig.
Kiosk: Es werden nach Möglichkeit verpackungsarme Artikel angeboten (z.B. keine Getränkedosen).
Die mit dem schuleigenen Bauerngarten befassten Schülerinnen und Schüler lernen historische heimatliche Pflanzen des Bauerngartens kennen und befassen sich mit deren Pflege und mit deren Verwendung in Küche und Heilkunde. Außerdem dient der Bauerngarten der Vertiefung von Kenntnissen ökologischer Beziehungen mit praktischem Schwerpunkt (Blütenökologie, Standortfragen etc.) und regt zu zytologischen Untersuchungen an.
Neben dem eher biologischen Wert setzt das in den Jahreszeiten wechselnde Erscheinungsbild des Gartens auch ästhetische Akzente (Aussehen; Duft), die ganzheitlich erfassbar sind. Auch künstlerische Arbeiten lassen sich dadurch inspirieren.
So kann der Bauerngarten von verschiedenen Fächern und Stufen genutzt werden, besonders von der Jahrgangsstufe 6: Im Herbst und im Frühjahr findet für die drei Klassen 6 nacheinander jeweils ein halber Projekttag (3-4 Stunden) statt, an dem sich die Klassen mit Nutzen und Pflege des Bauerngartens befassen. Dabei wird zunächst die eine Hälfte der jeweiligen Klasse praktisch im Garten tätig, während die andere sich (auch fächerverbindend) unter einem theoretischen Aspekt dem Gegenstand nähert. Noch an demselben Tag tauschen die Hälften ihre Betätigungsfelder. Für die Gestaltung des Projekts ist jeweils ein Kollegenteam Verantwortlich (Fachlehrer Biologie, Religion, Politik und Klassenlehrer). Zusätzlich werden für die Pflege des Gartens ab und zu auch Eltern und ältere Schülerinnen und Schüler um Unterstützung gebeten.
In Projekten können Möglichkeiten eröffnet werden, aktiv Nützlinge im heimischen Garten bzw. im Schulgelände anzusiedeln und bedrohten Tierarten (z.B. Wildbienen, Fledermäusen) zu helfen (Nisthilfen, Überwinterungshilfe, Futterpflanzen).
Eigene Erfolgserlebnisse der Schülerinnen und Schüler erhöhen und ergänzen so die Wirkung und die Nachhaltigkeit von im Unterricht erzielten Lernergebnissen.
Als Projekte werden auch Untersuchungen zur Energieersparnis bzw. zur Nutzung von alternativen Energiequellen an unserer Schule angeregt. Auf der Grundlage der Datensammlung und Evaluation im Rahmen einer Facharbeit (Physik) konnten die Schulträger überzeugt werden, die Unterrichtsräume nach und nach in der Art der Modellklasse M 3 auszurüsten: Durch abgehängte Decken wird neben der Einsparung von Heizenergie auch eine deutliche Verbesserung der Akustik erreicht, Was zu einem entspannteren Lernklima beiträgt; eine durch Bewegungsmelder gesteuerte Ausschaltautomatik senkt den Verbrauch von Lichtenergie.
Geplante Erholungspausen und aus Unterrichtsorganisation resultierende Freistunden gehören auch am evau zum Schulalltag. So ergibt sich die Notwendigkeit, aber auch die Chance, diese unterrichtsfreien Zeiten möglichst sinnvoll zu gestalten. Dafür bieten wir z.T. lange etablierte, z.T. neu entwickelte Einrichtungen und Maßnahmen:
Eine Arbeitsgemeinschaft der Schülervertretung beschäftigt sich mit der Einrichtung eines Schülercafés. Hier soll allen Schülerinnen und Schülern, die sich außerhalb der Unterrichtszeit in der Schule aufhalten, also besonders den Schülerinnen und Schülern der Oberstufe und der Stufen 9 und 10 (bei nachmittäglichem Unterricht) sowie den sog. „Fahrschülern“ ein angemessener Aufenthaltsraum zur Verfügung stehen. Darüber hinaus können Gäste durch das Café versorgt werden (z.B. Fortbildungsveranstaltungen, Gäste aus den Partnerschulen, auswärtige Teilnehmer an Sportveranstaltungen usw.). Auch Kurse und Klassen können das Café, z.B. für Klassenfeste und Kurstreffen nach Absprache nutzen.
Das Café hat von 08.30 bis 14.30 Uhr geöffnet. Die Mensa der Gesamthochschule-Universität Siegen liefert täglich warmes Essen, das vor Unterrichtsbeginn bestellt werden kann. Dies wird von Eltern, die sich zur Mitarbeit bereit erklärt haben, von 11.15 bis 14.30 Uhr ausgeteilt.
Das Schülercafé befindet sich in der „Villa“, dem ehemaligen Direktorenhaus. In einem Workshop mit Studierenden des Fachbereichs Architektur der Universität Siegen entstanden zusammen mit Schülern des Kunst-Lk der Jahrgangsstufe 12 in arbeitsintensiver Atmosphäre vor Ort in der „Villa“ Schnellentwürfe. Die entstandenen Modelle wurden mit Prämien des Fördervereins gewürdigt und sind im Internet unter www.architektur.uni-siegen.de/lab42/ev-gym/ zu sehen.
Die Finanzierung von Einrichtung und Ausstattung erfolgt u.a. über Aktien, die für einen Stückpreis von 15 DM an die Schüler abgegeben wurden. Aktionärsversammlungen (Information über den Stand der Geschäfte / Entscheidung über Dividendenausschüttung) sollen halbjährlich stattfinden. Die Schüler tragen so nicht nur zur Finanzierung ihres Cafés bei, sondern erhalten auch in der Praxis erste Einblicke in betriebswirtschaftliche Vorgänge.
Unterstützt wird die Schülerarbeitsgruppe von zwei Lehrern, die sich nur dann einschalten,
wenn die Schüler mit ihrer Aufgabe offenkundig überfordert sind (Subsidiaritätsprinzip).
Der Fahrschülerraum steht für Schülerinnen und Schüler aller Stufen zur Verfügung, die eine Freistunde überbrücken wollen oder auf den Bus warten. Dieser Raum ist mit verstellbaren Tischgruppen ausgestattet, so dass sowohl Einzelbeschäftigungen (z.B. Hausaufgaben) als auch Gespräche oder Spiele in Gruppen möglich sind. Ein PC mit Internetzugang ist – vor allem für die älteren Schüler – ebenfalls vorhanden.
Für die Schülerinnen und Schüler der S II stehen 10 Plätze mit Internetzugang in einem gesonderten Raum zur eigenständigen Nutzung zur Verfügung. Um eventuellem Missbrauch vor allem durch jüngere Schülerinnen und Schüler vorzubeugen (Computerspiele), ist der Zugang nur mit Nutzerausweis gestattet.
Der „Raum der Stille“ befindet sich in der unteren Etage des ehemaligen Direktorenhauses, der „Villa“. Er bietet in der Hektik des Schulalltags eine Atmosphäre der Besinnung für Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer. So ist es möglich, einfach nur zur Ruhe zu kommen, zu meditieren oder besinnliche Musik zu hören. Jeder Einzelne kann auf individuelle Art neue Kraft für den Schulalltag gewinnen.
Die Schülerbücherei ist in den „großen“ Pausen geöffnet. Sie hat ein auf Jugendliche zugeschnittenes Angebot an Büchern und CDs, die dort für einen festgelegten Zeitraum von den Schülern ausgeliehen werden können. Ein Team von Schülerinnen und Schülern ist unter der Leitung einer Lehrkraft für Buchvorstellungen, Beratung, Ausleihe und Anschaffungen zuständig.
Für den Aufenthalt der Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 10 während der „großen“ Pausen steht der sog. „Obere Schulhof“ auf zwei Ebenen mit Tischtennisplatten und Kleinfußballfeldern zur Verfügung. Unmittelbar angeschlossen ist der vom Hausmeister betriebene Kiosk, wo Getränke, Backwaren, Süßigkeiten und Milchprodukte angeboten werden.
Die Schüler der S II halten sich während der Pausen in den Unterrichtsräumen oder im Eingangsbereich der Schule auf. Diese Lösung ist aufgrund der Enge nicht ideal: hier werden, auch im Zusammenhang mit dem Schülercafé, weitere Überlegungen angestellt.
Mittags und nachmittags gibt es ein Angebot verschiedener Arbeitsgemeinschaften. Hier werden frei von Leistungsdruck, aber durchaus mit individuellem Ehrgeiz, Interessen gefördert und dabei u.a. auch soziale Fertigkeiten geübt. Stark vertreten ist hier der Bereich des Sports, aber auch andere Interessenfelder werden bedient. (Für die musischen Aktivitäten s. Kapitel „Musische Kreativität“.)
Im Einzelnen bestehen zur Zeit folgende AGs:
- Gerätturnen
- Volleyball
- Judo
- Ausdaurer/Lauf
- Fußball für Mädchen
- Tanz
- Gitarre
- Jonglage
- Aquaristik
- Mofakurs
- Fotografie
- Rechtskunde
- Homepage
- Schülercafé (s.o.)
Zusätzlich zum Fachunterricht werden musische Neigungen von Schülerinnen und Schülern in unterschiedlichen Bereichen gefördert. Folgende Angebote haben sich schon seit langer Zeit bewährt und sind z.T. weit über die Grenzen des evau hinaus bekannt:
1981 gegründet, wuchs das etwa 25-köpfige Ensemble im Laufe der Jahre zu einer der beliebtesten und unterhaltsamsten Bands im Siegerland heran. Vor allem in regelmäßigen Konzerten des Jazzclubs „Oase“ sorgt die Big-Band für volle Häuser. Fast alle Arrangements werden durch den Bandleader Hartmut Sperl selbst für die Band geschrieben. Die stilistische Bandbreite erstreckt sich von Rock-Blues über Latin-Jazz bis zum Soul. Trotz unterschiedlicher Mitspieler auch „von außen“, Erwachsenen, Jugendlichen und vor allem Ehemaligen, kann mit Recht von einer großen musikalischen Familie gesprochen werden, die eines miteinander verbindet: die Spielfreude und das Bestreben, das Publikum zu unterhalten.
Aus der Blechbläsergruppe des ehemaligen Schulorchesters formte Paul Menn den Bläserkreis zu einem selbstständigen Klangkörper, der heute auf ein über dreißigjähriges Bestehen zurückblickt. Im Sommer 2002 übernahm Erhard Fries die Leitung.
Der Bläserkreis nimmt vielfältig am musikalischen Leben innerhalb und außerhalb des evau teil: Mitgestaltung von Abiturfeiern und Schulgottesdiensten sind ebenso üblich wie Auftritte bei Veranstaltungen der Stadt, des Kreises und einiger Kirchengemeinden. In besonderer Tradition stehen das Weihnachtskonzert des evau und das Turmblasen von der Nikolaikirche.
Das Repertoire der etwa 15 bis 20 Bläserinnen und Bläser umfasst alte und moderne Bläsermusiken geistlicher und weltlicher Art. Der Bläserkreis steht auch Anfängern offen. Unterstützt durch Schule und Förderverein können den Schülern bei Bedarf schuleigene Instrumente zur Verfügung gestellt werden.
Die Chöre des evau unter der Leitung von Reinhard Hillnhütter können auf eine über zwanzigjährige Tradition zurückschauen. In Gottesdiensten und anderen Schulveranstaltungen wirken die Chöre regelmäßig mit. In der Regel werden im Schuljahr zwei Konzerte veranstaltet. Dabei haben die Adventsmusiken in der Haardter Kirche eine besonders starke Resonanz in der Schulgemeinde gefunden. Der sommerliche Auftritt im Schlossgarten ist ebenso zu einer festen Einrichtung geworden.
Im Durchschnitt singen im Unterstufenchor (Jgst. 5 – 7) und im Oberstufenchor (8 – 13) jeweils 40 Schülerinnen und Schüler. Der Chorarbeit kommt insofern eine besondere Bedeutung in der Schule zu, als über das Singen alle Schülerinnen und Schüler ohne Voraussetzung einer außerschulischen Musikausbildung zum aktiven Musizieren geführt werden können. Diese hervorragende Möglichkeit soll in immer neuen, zeitgemäßen Formen genutzt werden.
Die Theater-AG des evau, gegründet 1981 von Heinrich Waegner, ist eine stetig wechselnde Schülergruppe, bestehend aus 12-22 Teilnehmern der 7. bis 13. Jahrgangsstufe.Die Stücke werden in der Regel aus eigenen Ideen oder aus Vorlagen (Romane, Gedichte, manchmal auch Dramen, die stark verändert werden; z.B. „Herr der Fliegen“ und „Der kleine Prinz“) selbst erarbeitet. Deswegen dauern die Inszenierungen oft bis zu zwei Jahren, ehe sie der Öffentlichkeit in Siegen oder auf Festivals im In- und Ausland gezeigt werden.
Die Schülerinnen und Schüler sollen sich dabei mit Spielideen selbst einbringen. Dazu werden sie durch Sensibilisierungsübungen und Partnerspiele „gelockert“ und durch viele Materialien und vor allem Musik spielfähig gemacht. Dazu wird nicht zuletzt auch ein liebevoller und respektvoller Umgang mit dem Mitschüler während der Arbeit und dann auf der Bühne gepflegt. Die Hauptstilrichtung dieser Theaterarbeit ist das körperbezogene Spiel, das nicht nur „den Kopf“ mit Texten, sondern auch „den Bauch“ mit Bildern und Gefühlen bedient, und zwar bei Spielern wie bei Zuschauern. Diese häufig experimentell aus Theaterübungen zusammengesetzten Produktionen führten zu verschiedenen Nominierungen und Preisen auf Theaterfestivals.
Sinfonieorchester
Im Sinfonieorchester des evau kommen seit Winter 2002/03 Schülerinnen und Schüler aus allen Jahrgangsstufen unter der Leitung von Cordula Reimers zusammen, um Orchesterwerke aus verschiedenen Epochen (vom Barock bis zu modernen Poparrangements) zu erarbeiten. Die Streicher und Bläser des Orchesters werden hier schrittweise an das gemeinsame Musizieren herangeführt. So stellt dieses Ensemble eine ideale Ergänzung zum außerschulischen Einzelunterricht auf dem jeweiligen Instrument dar. Pro Schuljahr präsentiert sich das Orchester meist bei zwei Konzerten.
Ganz neu gegründet wurde im Schuljahr 2004/05 das Streichorchester unter der Leitung von Cordula Reimers, das das Konzept des Streicherklassenunterrichts in den 7. Klassen fortsetzt. Dieses Angebot richtet sich also vor allem an die ehemaligen Schülerinnen und Schüler der Streicherklasse, kann aber auch von anderen interessierten Schülerinnen und Schülern wahrgenommen werden. Im Vordergrund stehen der Spaß am gemeinsamen Musizieren und ein Ausbau der bisher erworbenen Fertigkeiten auf dem jeweiligen Streichinstrument. Die Erarbeitung des Programms erfolgt deshalb in enger Zusammenarbeit mit den Musikschullehrerinnen und –lehrern, die den Instrumentalunterricht erteilen. Später können die Schülerinnen und Schüler dann auch im Sinfonieorchester mitspielen. Das Streichorchester wird bei Schulveranstaltungen regelmäßig mitwirken. Geplant ist, zwei Konzerte pro Schuljahr mituzugestalten.
Im Verlauf der Schullaufbahn sollen sich die Schüler mit grundsätzlichen Verfahrensweisen bei Suche nach und Bewerbung für spätere Ausbildungsmöglichkeiten vertraut machen. Andererseits sollen sie konkrete Einblicke erhalten und Informationen gewinnen, um eigene Vorstellungen und Perspektiven zu verschiedenen Ausbildungsformen, Studiengängen und Berufsbildern entwickeln zu können. Die hierzu nötigen Maßnahmen erfolgen ab Jahrgangsstufe 9; den Schülerinnen und Schülern soll so während der Schulzeit „Rüstzeug“ zu einer rechtzeitigen beruflichen Orientierung mitgegeben werden.
Im Deutschunterricht der Jahrgangsstufe 9 findet zunächst das Bewerbungstraining statt. Dabei werden vor allem die Reihenfolge des Vorgehens, Form und Inhalt von schriftlichen Bewerbungen und die eigene Präsentation in einem simulierten Bewerbungsgespräch erarbeitet und eingeübt. Wichtiges Ziel neben dem Erwerb dieser Fertigkeiten ist es, ein Bewusstsein der Schülerinnen und Schüler dafür zu erzeugen, dass eigenes Handeln die unabdingbare Voraussetzung für eine erfolgreiche Bewerbung ist.
Berufsinformationszentrum
(Jgst. 9)
In Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt Siegen, speziell dem Berufsinformationszentrum (BIZ), erhält ebenfalls in Jahrgangsstufe 9 jede Klasse die Möglichkeit, das BIZ und seine Funktion kennen zu lernen. Hierzu besucht jede Klasse das BIZ, wo die einzelnen Schülerinnen und Schüler nach einem einführenden Gruppengespräch eigenständig ihr Profil erstellen und passende Berufsfelder erfahren können.
Berufspraktikum (Jgst. 10)
Zum Halbjahreswechsel der Jahrgangsstufe 10 nehmen die Schülerinnen und Schüler an einem zweiwöchigen Berufspraktikum teil. Hierzu besorgt sich jeder seinen Praktikumsplatz selbst; die begleitende Betreuung erfolgt durch alle Fachlehrer der Stufe (2 Besuche). Die Benotung für den abschließenden Praktikumsbetricht fließt in die Gesamtnote des Fachs Politik ein.
Diakonisches Praktikum (Jgst. 11)
Am Ende der Jahrgangsstufe 11 absolvieren alle Schülerinnen und Schüler als Besonderheit des evau das zweiwöchige „Diakonische Praktikum“. Die Praktika finden im sozialen Bereich statt, also hauptsächlich in der Senioren-, Behinderten-, Kinder- oder Krankenbetreuung. Dazu suchen sich alle Schülerinnen und Schüler in der Regel selbstständig eine entsprechende Institution aus (z.B. Kindergarten, Krankenhaus etc.); während des Praktikums stehen der jeweilige Klassenlehrer und der Koordinator des „Diakonischen Praktikums“ als Betreuer zur Verfügung.
Der daraus resultierende Einblick in andere Lebenssituationen und die Erfahrung der eigenen Möglichkeiten bei der Unterstützung von Mitmenschen sind wichtige Schritte im Sinne der Leitziele. Auf der anderen Seite steht die Erfahrung, zwei Wochen Tag für Tag dem Arbeitsrhythmus eines Berufstätigen zu unterliegen.
Berufsinformationszentrum
(Jgst. 12)
Eine weitere Veranstaltung mit dem BIZ findet zu Beginn der Jahrgangsstufe 12 statt. Während in der Jgst. 9 auch auf Berufsausbildungen nach Abschlüssen der S I eingegangen wird, verengt sich hier unter dem Motto „Rund um das Studium“ der Schwerpunkt auf Berufsfelder für Absolventen mit Hochschul- bzw. Fachhochschulreife. Dafür kommt ein Vertreter des BIZ zu jeweils einer Sitzung mit den Schülern der 12 (aufgeteilt in Gruppen ) in die Schule. Zusätzlich können die Schülerinnen und Schüler auch individuelle Sprechstunden in der Schule mit Vertretern des Arbeitsamtes vereinbaren.
Berufswahlorientierung (Jgst. 11/12/13)
Für die Jahrgangsstufen 12 und 13 bietet der Rotary Club für das FJMG und das evau eine besondere Form der Berufsberatung an. Dabei werden Schülerinnen und Schüler beider Schulen in eine Reihe von Betrieben und Einrichtungen eingeladen. Interessenten wählen dabei anhand einer vorgegebenen Liste aus, wohin sie gehen möchten. Die Informationen bestehen in einer Betriebsbesichtigung und anschließenden Informationsgesprächen mit den Leitern bzw. Unternehmern und/oder den Geschäftsführungen. Zu den Orten gehören verschiedene Betriebe (Dango & Dienenthal oder Bergrohr), die Uni Siegen, die Sparkasse Siegen, das Marienkrankenhaus oder Unternehmen wie Technidata AG.
Für die Jahrgangsstufen 11-13 findet alljährlich eine Berufsbörse am Gymnasium Netphen bzw. Wilnsdorf statt, die vom Lions-Club Siegen ausgerichtet wird. 2005 sind wir erstmals dazu eingeladen worden, an dieser Abendveranstaltung nach Voranmeldung teilzunehmen.
Schule findet nicht nur im Schulgebäude des evau statt: Neben Wandertagen, Fachexkursionen und unserem Austauschprogramm sind vor allem Klassen-, Kurs- und Jahrgangsfahrten nicht nur willkommene „Highlights“ innerhalb der Schullaufbahn, sondern dienen auch pädagogischen und didaktischen Zielsetzungen.
In der Jgst. 5 oder 6 fährt jede Klasse unter Leitung ihrer Klassenlehrerin bzw. ihres Klassenlehrers, einer weiteren Lehrkraft sowie der jeweiligen Mentoren für maximal drei Tage in die nähere Umgebung. Vorrangige Ziele sind hier in der Regel die Stärkung des Gemeinschaftsgefühls als Abrundung der Integration in der Jgst. 5 und die Entwicklung sozialer Kompetenzen im engen Zusammenleben außerhalb der Schule.
Gegen Ende des Schuljahres fährt die gesamte Jgst. 7 in Begleitung der Klassenlehrer und weiterer Lehrkräfte auf die Insel Wangerooge ins Schullandheim „Haus Rüstringen“. Der zehntägige Aufenthalt dient der Integration der Klassen innerhalb der Jahrgangsstufe, daneben werden aber gleichrangig didaktische Ziele angestrebt. Die Schwerpunkte liegen hierbei – ganz im Sinne des Leitbildes – häufig im ökologischen Bereich: Die Insel bietet mit Dünen, Strand, Watt und Meer einen Naturraum, dessen internes Wechselspiel besonders anschaulich ist. Gleichzeitig werden die Maßnahmen deutlich, die zur Erhaltung der Insel und der dortigen Tier- und Pflanzenwelt getroffen sind. Diese Informationen und Eindrücke werden in den Projekten, denen sich die Schülerinnen und Schüler zuordnen, sehr praxisnah vermittelt (z.B. „Orientierungslauf“, „Beobachtung der Vogelwelt“, „Das Watt als Lebensraum“).
Die etwa einwöchigen Studienfahrten der Leistungskurse zu Beginn der Jgst. 13 haben in der Regel Orte im europäischen Ausland zum Ziel. An der organisatorischen, vor allem aber auch der inhaltlichen Vorbereitung sind hier die Schüler zu beteiligen. Zwei pädagogisch-
didaktische Bereiche stehen im Vordergrund: Zum einen sollen die Schüler im Ausland durch die Begegnung mit anderen Lebensweisen interkulturelle Kompetenz erwerben bzw. schon erworbene erweitern. Auf der anderen Seite werden fachliche Ziele der jeweiligen Kurse verfolgt. So fahren z.B. die Fremdsprachen-Leistungskurse traditionell in ihre Sprachgebiete, die Kunst-Leistungskurse in Städte und Gebiete mit großem Angebot an Museen oder fachlich interessanter Architektur.
Der Wert internationaler Begegnungen zeigt sich besonders in der intensiven Zusammenarbeit mit unseren Partnerschulen in Frankreich, Polen und Israel. Hier spielt neben der allgemeinen Auseinandersetzung mit einer anderen Kultur auch der jeweilige geschichtliche Hintergrund eine Rolle.
Frankreich (Jgst. 9)
Nach Frankreich zu unserer Partnerschule Collège Thérèse d’Avila in der Stadt Lille fahren die Schülerinnen und Schüler der Französischkurse (ab 7) jeweils zu Beginn der Jgst. 9 für etwa acht Tage. In engem zeitlichen Zusammenhang kommen die französischen Schüler zu einem Gegenbesuch zu uns. Im Vordergrund stehen für unsere Schüler Ziele des Faches Französisch: das Kennenlernen des Landes und der dortigen Kultur und Lebensweise sowie vor allem die praktische Anwendung der französischen Sprache zur Erweiterung der kommunikativen Fähigkeiten. Zur Vorbereitung des Austausches wird ein frühzeitiger Briefkontakt zu den jeweiligen Partnerschülern aufgebaut. Der Aufenthalt erfolgt dann, wie auch beim Gegenbesuch, in der jeweiligen Gastfamilie.
England (Jgst. 9)
Während die Französischgruppen nach Lille fahren, findet für die Schülerinnen und Schüler mit dem Fach Latein (ab 7) eine Fahrt nach Clacton-on-Sea an der englischen Ostküste in Begleitung der jeweiligen Englischlehrer statt. Diese Fahrt verfolgt nicht nur sprachliche, landeskundliche und interkulturelle Zielsetzungen (Englisch: z.B. Exkursion nach London) und historisch-kommunikative (Latein: Römermuseum mit englischsprachigen Aufgaben), sondern auch das Ziel der Förderung sozialer Kompetenz: Da es sich nicht um einen Austausch handelt, wohnen die Schülerinnen und Schüler gruppenweise in Caravans, wo sie sich selbst versorgen.
USA (Jgst. 10 / 11 /
Lehrerkollegium)
Im Aufbau befindet sich zur Zeit ein Austauschprogramm mit der St. Croix Lutheran High School in St. Paul (Bundesstaat Minnesota) und einigen Nachbarschulen im Rahmen des „German-American Partnership Programme“ (GAPP) des PAD in Bonn. Federführend ist am evau die Fachschaft Englisch. Im Einzelnen sollen sich folgende Zweige entwickeln:
- Beim Gruppenaustausch sollen bis zu 20 amerikanische Schülerinnen und Schüler zunächst in der Jahrgangsstufe 10 in den Gastfamilien unserer Teilnehmerinnen und Teilnehmer für zwei bis drei Wochen aufgenommen werden. Der Gegenbesuch erfolgt dann in der Jgst. 11 (teilweise in den Osterferien). Für die Teilnahme findet ein Auswahlverfahren statt. Die Fahrtkosten hängen natürlich jeweils von den aktuellen Flugpreisen ab.
- Individuelle Amerikaaufenthalte von flexibler Dauer sollen durch diese Kontakte erleichtert und gefördert werden.
- In ähnlicher Form wie beim inzwischen nicht mehr durchführbaren Israelaustausch wird auch der Austausch von Lehrerinnen und Lehrern ins Auge gefasst.
Polen (Jgst. 12)
Das 5. Lyzeum in Gdansk (Danzig) ist unsere Partnerschule in Polen. Im Wechsel mit dem Israel-Austausch fahren alle zwei Jahre im Herbst ca. 20 Schülerinnen und Schüler der Jgst. 12, begleitet von zwei Lehrkräften, für etwa 10 Tage zu ihren Gastfamilien nach Danzig. Relativ zeitnah findet der Gegenbesuch statt.
Zur Vorbereitung dieses Austausches dient für die deutschen Schülerinnen und Schüler ein Seminar in Vlotho bei Bielefeld. Ziele des Austausches sind einerseits die Veranschaulichung unserer gemeinsamen Geschichte (z.B. Stadt Danzig; Exkursion zu einem ehemaligen KZ etc.) und andererseits die Erweiterung des kulturellen Horizontes zur Förderung des gegenseitigen Verständnisses: Durch Mit-Leben in den Familien werden Unterschiede und Gemeinsamkeiten in Lebensumständen und Lebensweisen besonders intensiv erfahrbar. Die Osterweiterung der EU lässt diese Aspekte zusätzliche Bedeutung gewinnen.
Schule soll nach innen und nach außen möglichst transparent sein. Dabei spielen die Möglichkeiten zur sachlichen Information eine ebenso große Rolle wie Veröffentlichungen und Foren zur Meinungsäußerung, die Chancen zu kritischer Auseinandersetzung mit Schulthemen bieten. Neben dem Schulprogramm stehen folgende Medien zur Verfügung:
Das evau hat eine Schülerzeitung, die von einer aus Schülerinnen und Schülern verschiedener Jahrgangsstufen bestehenden Redaktion geleitet wird. Die jeweiligen Chefredakteure fungieren als V.i.S.d.P. (Verantwortliche im Sinne des Presserechts). Die Schülerzeitung verfügt über ein Büro im Untergeschoss der „Villa“ sowie über einen eigenen Computer mit Zubehör.
In der Schülerzeitung werden schulnahe und sonstige für Schüler interessante Themen aufgegriffen, wobei die Redaktion für den Inhalt von durch freie Mitarbeiter eingereichten Artikeln nicht verantwortlich ist. Die Ausgaben erscheinen nach Möglichkeit in regelmäßigen Abständen.
Seit 1996 gibt der Förderverein des evau das "Jahrbuch" heraus. Die Idee dazu kam von Volker Brand, einem Vater und damaligen Vorstandsmitglied des Vereins.
Das Redaktionsteam besteht aus Lehrern, Schülern und Eltern. Ein fester Bestandteil dieses Buches sind die Fotos aller Klassen und Kurse des vergangenen Schuljahres, ein Foto des Lehrerkollegiums und die Rubrik "WER – WAS – WANN", unter der alle Aktivitäten und die Vertreter aller Schulgremien aufgelistet sind.
Berichte über Klassen- und Kursfahrten, Austauschprogramme und die ausführliche Vorstellung eines ausgesuchten Faches gehören ebenso zum Inhalt wie allgemeine Informationen zu bestimmten Themen.
Das Jahrbuch steht jedem an der Schule Beteiligten und Interessierten als "Sprachrohr" zur Verfügung; die Redaktion wählt aus, zensiert aber nicht. Die schriftlichen Beiträge werden durch künstlerische Arbeiten von Schülerinnen und Schülern ergänzt.
Das Jahrbuch gibt viele, teilweise wenig verbreitete Informationen und einen umfangreichen Einblick in das Schulleben am evau.
Anfang 2000 gründete sich eine zunächst siebenköpfige Arbeitsgemeinschaft unter der Betreuung einer Lehrkraft: Die Idee war, eine Homepage des evau zu erstellen. Seit Anfang 2001 präsentiert sich das evau im Internet (www.evgym-Siegen.de).
Die Homepage wird fortlaufend durch weitere Texte ergänzt und soll im ersten Halbjahr 2001/02 vervollständigt werden. Längerfristig wird folgende Struktur angestrebt:
- Allgemeine Informationen zur Schule (Schulprogramm)
- Kurzfristige, ständig aktualisierte Informationen (z.B. Termine)
- E-Mail-Zugang von außen
- Kommunikationsportal für Schüler, Eltern, Lehrer, Ehemalige und Gäste
- Hinweise auf empfohlene oder mit der Schule verbundene Internetseiten ("Links")
Die Inhalte werden durch die Schulleitung autorisiert und unterliegen den Datenschutzbestimmungen.
Das Schulprogramm verschafft einen Überblick über die wesentlichen auf die Schülerinnen und Schüler bezogenen Aktivitäten an unserer Schule (Schulprofil). Das Schulprogramm dient damit zum einen der Information aller am evau Beteiligten und Interessierten, zum anderen der Bündelung und Ausrichtung der Aktivitäten.
Das Schulprogramm ist keine Festschreibung der Aktivitäten unserer Schule für einen unabsehbaren Zeitraum, sondern eher eine Momentaufnahme des augenblicklichen Stands der Schulentwicklung. Bedingt durch z.B. geänderte Vorgaben der Schulaufsicht, Initiativen von Beteiligten, Aus- und Neubewertung von Unternehmungen (Evaluation) oder neu eintretende Sachzwänge kann es immer wieder zu Veränderungen kommen. Diese könnten zum Beispiel ein Mal jährlich, eingebettet in den Kontext des Schulprogramms, verschriftlicht werden. Konstante Orientierungsmarke ist das gegenwärtige Leitbild des evau.
Das Schulprogramm ist ein Produkt aller an der Schule beteiligten Personen und Gruppen, d.h. aller Eltern und ihrer Mitwirkungsorgane, aller Schülerinnen und Schüler und ihrer Mitwirkungsorgane sowie des gesamten Lehrerkollegiums mit sehr vielen Arbeitsgruppen. Für den Kirchenkreis Siegen nahm eine Pfarrerin der Kirchengemeinde Weidenau an den Beratungen teil.
Die Beteiligung so vieler Personen und Gruppen erforderte einen Entwicklungsprozess von mehreren Jahren (Bestandsaufnahme im August 1999 – Verabschiedung des bisherigen Ergebnisses). Zwischenzeitlich fanden zahlreiche Sitzungen und Tagungen der Schülervertretung, der Klassen- und Schulpflegschaft und der verschiedenen Arbeitsgruppen des Lehrerkollegiums statt. Für die Koordination aller vergangenen und zukünftigen Abläufe, also auch für die Fortschreibung, ist die "Schulentwicklungsgruppe" zuständig (hervorgegangen aus dem "Schulprogrammausschuss"), bestehend aus Mitgliedern des Lehrerkollegiums mit der Schulleitung, Eltern- und Schülervertretern. Verabschiedet wurde das Schulprogramm nach Beratung mit dem Kuratorium von der Versammlung aller schulisch relevanten Gruppen, der Schulkonferenz.