Holocaust-Gedenktag 2016

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Vergiss deinen Namen nicht - das evau gedenkt der Opfer

Heute vor 71 Jahren, am 27. Januar 1945, befreiten sowjetische Soldaten die Gefangenen des Konzentrationslagers Auschwitz. Das Unvorstellbare, das Unverstehbare des Grauens der Verbrechen der Nationalsozialisten war spätestens seit diesem Tag  im öffentlichen Bewusstsein der Menschheit und ist es bis heute. Die Befreier und die Weltöffentlichkeit erfuhren, dass die Gerüchte über die Verbrechen der Nationalsozialisten nicht nur wahr sind, sondern das Ausmaß der Grausamkeiten weitaus schlimmer war, als sich jeder vorgestellt hatte, vorstellen konnte oder auch wollte.

Besonders unvorstellbar ist das Leid der Kinder – wie fühlt sich ein Kind alleingelassen, getrennt von Vater und Mutter in der Hölle von Auschwitz? Ihre Schicksale sind erschütternd, ihr Wille zu Leben bewegend. Von über 230.000 inhaftierten Kindern in Auschwitz überlebten nur 431. „Vergiss deinen Namen nicht“, so die eindringlichen letzten Wort einer Mutter an ihr Kind in Auschwitz. Vergessen wir ihre Namen und Schicksale nicht, indem wir sie weitererzählen…

Jeder der Schule (Schülerschaft, Eltern, Kollegen, Klassen, Kurse) ist aufgerufen, die Geschichte eines Kindes in einer ganz individuellen Art und Weise zu erzählen, und so die Erinnerung wachzuhalten und aktiv zu gedenken.

Erste Anregungen und sachliche Hintergründe finden sich auf folgender website: http://auschwitzundich.ard.de

Gedenken - Nachdenken - Überdenken

Bildunterschrift: Torgebäude des KZ Auschwitz-Birkenau, aus der Perspektive der sogenannten Rampe Aufnahme kurz nach der Befreiung 1945; Stanislaw Mucha (Krakau).

Jeder der das Wort Auschwitz hört, hat sofort Bilder im Kopf – Bilder, die nicht aus eigener Erfahrung sondern aus unzähligen Büchern, Berichten, Dokumentationen und Filmen stammen. Doch was verbinden wir mit den Bildern? Wie kann man visuell (bildlich) erinnern? Soll man überhaupt mit Bildern, gar Originalaufnahmen erinnern und gedenken? Schwierige Fragen, bei denen vielleicht folgende Überlegungen helfen, Antworten zu finden:

1.     Das Grauen der Verbrechen an den Opfern zu zeigen, verbietet der Anstand vor den Menschen. Sie wieder in entwürdigenden Bildern zu zeigen, hieße wohl ihr Leiden bildlich nicht enden zu lassen.

2.     Die Geschichte der Menschen auf ihre Zeit im Holocaust zu begrenzen, reduziert sie auf eine Opferrolle. Ihr ganzes Leben (vor und nach dem Holcaust) muss ebenso erzählt werden. Erst dies gibt ihnen ihre Identität zurück – macht aus Nummern wieder Menschen.

3.     Bilder können zum Nachdenken anregen. Sie zeigen aber nur einen Moment der Geschichte, ohne das Davor oder Danach. Betrachtet man die Bilder genauer, erzählen sie eine Geschichte – allerdings eine, die jeder Betrachter anders hört, die lückenhaft ist und vielleicht mehr Fragen aufwirft als sie zu beantworten. Erst ein genaues „Hinhören“ auf die eigenen Gedanken zu einem Bild, erst ein Nachdenken und ein Nachforschen der weiteren Umstände gibt dem Bild einen Sinn – für jeden einen ganz eigenen Sinn…

Bildunterschrift: Eine alte Frau mit Kindern auf dem Weg in die Gaskammern in Auschwitz-Birkenau (Mai 1944) – Aufnahme aus dem sogenannten „Auschwitz-Album“, das der SS-Mann B. Walter anlegen ließ.
Bildunterschrift: Ansammlung von Brillen der Ermordeten.
Bildunterschrift: Eisenbahnwaggon (Gedenkstätte Auschwitz). Oftmals waren mehr als bis zu 200 Menschen tagelang in solchen Waggons unterwegs, ohne ausreichende Nahrung, Schutz vor Kälte oder Hitze, ohne Toiletten (nur ein Eimer).
Bildunterschrift: Kinderzeichnung aus Theresienstadt, Raja Engländer, o.T.
Bildunterschrift: Kinderzeichnung aus Theresienstadt.

Die Angst

Durch unser Getto zieht ein neuer Schrecken,
bedroht mit böser Krankheit groß und klein.
Man sieht den Tod die Sense vor sich strecken,
so lechzt nach Opfern er in arger Pein.

Den Vätern schlägt das Herz im Leib geschwinder,
voll Trauer hüll´n die Mütter ein ihr Haupt,
die Typhusotter würgt ihnen die Kinder zu Tod,
bevor sie es geglaubt.

Ich bin noch da, bin noch ein lebend Wesen,
indes die Freundin schon im Jenseits weilt,
ich weiß nicht, ob´s nicht besser wär´ gewesen,
hätt mich der Tod mit ihr zugleich ereilt.

Nein, nein, mein Gott – wir woll´n doch leben,
du darfst nicht lichten unsre Reih´n,
wir woll´n nach bessrem Morgen streben,
es wird ja so viel Arbeit sein.

(Eva Picková, 12)

Links:

Die Kinder der Villa Emma - Eine wunderbare Rettung im Krieg [WDR-Doku, 30 min.]: https://www.planet-schule.de/sf/php/sendungen.php?sendung=7928

70 Jahre Befreiung von Auschwitz - 27. Januar 2015 – Informations-Portal zur politischen Bildung: http://www.politische-bildung.de/holocaust_gedenktag_27januar.html