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Bewegender Autorenbesuch: Lutz van Dijk stellt Bücher aus Südafrika vor

Bildunterschrift: Der Autor Lutz van Dijk las aus seinem Buch über Südafrika vor und beantwortete die Fragen der Schüler.

„Welche Sprachen sprecht ihr eigentlich noch – außer Deutsch?!“  - Nicht nur die Schülerinnen und Schüler der 5a und der 7a hatten Fragen an den deutsch-niederländischen Autor  Lutz van Dijk … „Türkisch“ – „Französisch und Berberisch“ – „Spanisch“ -  „Albanisch“ – „Russisch und Ukrainisch“ – „Polnisch“ – „Ungarisch“ – „Arabisch“ -  „Flämisch“ – „Marokkanisch“…  - Lutz van Dijk, ganz beeindruckt von einer solchen Sprachenvielfalt, warf seine Planung über den Haufen:  „Na, dann machen wir doch noch – außerplanmäßig - einen kleinen Schnellkurs in Xhosa…“ Und schon ging es los und die besonderen Klick- und Schnalzlaute der Bantusprache Xhosa, die mit den Buchstaben C, X und Q verbunden sind, wurden  geübt…
Lutz van Dijk lebt in Kapstadt, Südafrika. Vor 15 Jahren hat er dort HOKISA, „Homes for Kids in South Africa“ mit gegründet, eine Einrichtung für Kinder, die von der Krankheit AIDS betroffen sind. Einige dieser Kinder hatte Lutz von Dijk an diesem Morgen „mitgebracht“. In dem Buch „African Kids“ sind Fotos von ihnen und ihre Geschichten. Geschichten voller Lebendigkeit und Lebenslust – von Kindern, die gern Fußball spielen, Geburtstag mit vielen Freundinnen und Freunden feiern und Sahnetorte mögen… Und manchmal sehr traurige Geschichten, wie die von Ayakha, Lutz van Dijks Patenkind. Ayakha, dessen Mutter an AIDS starb, gerade, als er sie nach vielen Jahren wiedergefunden hatte, braucht Lutz van Dijks Jacke, um sich darin einzuhüllen, wenn Lutz auf Lesereisen ist, so wie jetzt… Berührend waren die Geschichten, die Lutz van Dijk erzählte, schön und traurig zugleich, ernst die Nachfragen zu der Immunschwächekrankheit AIDS, die über 15 Millionen Kinder in Südafrika zu Waisen macht und von der viele selbst infiziert sind.

 „Das Leben ist schön – aber manchmal auch tieftraurig, dann braucht man Freundinnen und Freunde, die da sind“, so Lutz van Dijk.

Zwei  kurze Filme über das Kinderheim HOKISA  und den inzwischen auch verfilmten Roman „Themba“  vermittelten einen intensiven Eindruck von dem Leben insbesondere junger Menschen in Südafrika.

Der Beruf des Schriftstellers und der Roman „Themba“,  in dem die immer noch mit Scham besetzte Krankheit AIDS sehr offen thematisiert wird, standen im zweiten Teil des Vormittags im Mittelpunkt.

 „Wie finden Sie eigentlich einen passenden Verlag?“ – „Was lieben Sie am Schreiben?“ – „Mit wieviel Jahren haben Sie Ihr erstes Buch geschrieben?“ – „Gibt es Themba wirklich?“ – „Ist er tatsächlich in die südafrikanische Fußballnationalmannschaft gekommen?“ – „Was wurde aus seiner Mutter, ist sie an AIDS gestorben?“ – „Warum haben Sie den Schluss so offen gelassen?! Das hat mir gar nicht gefallen!“ … Viele Fragen wurden Lutz van Dijk gestellt.  In dem Roman „Themba“ kannten sich die Schülerinnen und Schüler der 7a bestens aus. Im Gespräch mit dem Autor erfuhren sie interessante Hintergründe zum Roman und seiner Entstehung, über die Hauptfiguren des Romans und das Leben ihrer realen Vorbilder, über die besondere Mischung von realem Leben und Fiktion - und nicht zuletzt über die Leidenschaft des Autors,  Geschichten aus dem „echten Leben“  - dem Leben von Kindern in Südafrika – zu erzählen.

Am Ende wurde die Zeit knapp: Schnell wurden noch ein paar AIDS-Schleifen gekauft, von den Kindern aus HOKISA hergestellt, einige wollten unbedingt noch ihr Buch vom Autor signiert haben… auf den schon die Abholung zur nächsten Station seiner Lesereise wartete.

Bücher von Lutz van Dijk, z.B. African Kids, Themba, Township Blues, Romeo und Jabulile wie auch das neu erschiene Sachbuch über Südafrika sind im SLZ ausleihbar. Im Krönchen-Center ist bis zum 30. November eine Ausstellung zu „African Kids“ zu sehen.

Schließlich bleibt noch zum Schluss: Ein herzliches Dankeschön und gute Wünsche an Lutz van Dijk, der mit uns seine Liebe zum Schreiben und vor allem zu den Kindern in Südafrika geteilt hat – und auf dessen baldige Rückkehr nach Masiphumelele im Süden Kapstadts, wie wir wissen,  Ayakha – und sicher nicht nur er - schon sehnsüchtig wartet. Ein ebenso herzlicher Dank gilt dem Förderverein des evau, der diese besondere Veranstaltung möglich gemacht hat!