Erprobungsstufe (Klassen 5 und 6)

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Bildunterschrift: Koordination Nadja Spork-Ierardi.

Kein leichter Schritt – der Übergang von der Grundschule zur weiterführenden Schule. Von allem ist plötzlich so viel da und alles ist so groß: viele Schüler*innen, die alle älter sind und von denen einige aussehen wie Erwachsene, viele Lehrer*innen, viele neue Fächer, große Gebäude, viele Kilometer bis zur neuen Schule und vor allem viele neue Schüler*innen in der neuen Klasse.
Uns ist es in der Erprobungsstufe zunächst einmal wichtig, dass die Schüler*innen diese große Herausforderung gut bewältigen, dass sie gut bei uns ankommen. Dabei möchten wir die Schüler*innen – gemeinsam mit den Eltern - begleiten und ihnen so viel Hilfe und Unterstützung geben wie nötig.
Deshalb sprechen wir von einem „sanften Übergang“, verstanden als Prozess, der an die Methoden und Kompetenzen der Grundschule anknüpft und behutsam an die Arbeitsweise des Gymnasiums heranführt.
Aber auch das Kennenlernen der neuen Umgebung und der neuen Mitschüler*innen gehört zu diesem „sanften Übergang“. Für Kinder, denen der Übergang nicht so leicht fällt, gibt es Förder- und Unterstützungsangebote.
Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes; allerdings nicht verstanden als individualistisch-egozentrische Optimierung der Leistungsfähigkeit, sondern eingebunden in einen sozialen Zusammenhang, d.h. in soziale Verantwortung.
Dies entspricht auch unserem Anspruch als evangelische Schule. In diesem Zusammenhang gehört die Auseinandersetzung mit dem Glauben genauso zur Entwicklung der Persönlichkeit wie das Angebot, Glauben im Schulalltag konkret zu leben.
Unser pädagogisches Programm für die Erprobungsstufe weist viele Projekte und Aktionen auf, die der Teambildung und der Stärkung der Klassengemeinschaft dienen, denn das ist in der Schule die Ebene, auf der die Kinder der Erprobungsstufe sich in einem sozialen Kontext erproben können und müssen.
Die Entwicklung und Förderung der individuellen Talente und Fähigkeiten geschieht natürlich im Fachunterricht, braucht aber darüber hinaus weitere Perspektiven, z. B. in fächerverbindendem Unterricht, in besonderen musischen Angeboten und in Arbeitsgemeinschaften.
Nicht zuletzt wollen wir dem wachsenden Einfluss der Medien auf die Kinder Rechnung tragen und ihnen dabei helfen, sich kompetent und kritisch in dieser Welt zu orientieren.
Aus diesen allgemeinen Überlegungen erwachsen folgende konkrete pädagogische Schwerpunkte...

Gottesdienste und Andachten

  • Gottesdienste zu Schuljahresbeginn und nach Weihnachten für die gesamte Schule
  • Stufenbezogene Gottesdienste, z.B. vor Weihnachten
  • Regelmäßige wöchentliche Andachten

Kommunikation zwischen Lehrer*innen und Eltern

  • Informationsbroschüre für Eltern in den Sommerferien
  • Informationsabend zur Erprobungsstufe
  • Elternabende zu pädagogischen Themen
  • Spezielle Information für Eltern von Kindern mit Lese- und Rechtschreibschwäche
  • Sprechstunden und Elternsprechtage

Kooperation mit den Grundschulen

  • Hospitation an Grundschulen
  • zwei gemeinsame Erprobungsstufenkonferenzen pro Jahr

“Sanfter Übergang“

  • Einführungstage mit dem Team der Klassenleitung: Kennen lernen und Arbeitsmethoden
  • Begrüßung durch „alte“ Fünftklässler
  • Begleitung durch ausgebildete Mentor*innen

Ich-Stärkung und Teambildung

  • Besuch der Bewegungsschule MoBIS
  • Gemeinsames Mittagessen an langen Schultagen
  • Orientierungsstunden
  • Klassenrat
  • Klassenfahrt mit erlebnisorientiertem Programm
  • Suchtprävention

Individuelle Förderung

  • Förderkonzept für Kinder mit Lese- und Rechtschreibschwäche
  • Spezielle Förderung durch ausgebildete Schüler*innen der Oberstufe

Medien- und Methodenkompetenz

  • Fachübergreifend: Arbeitsplatzgestaltung, Hausaufgaben, Heftführung, Vorbereitung auf Klassenarbeiten
  • Fachspezifisch: im Fachunterricht
  • Richtiges Verhalten in sozialen Netzwerken
  • Einführung in Internetrecherche und Textbearbeitung
  • Informationsabend für Eltern

Vernetztes Denken und Lernen

  • Fächerübergreifende Projekte
  • Integration der Fächer Geschichte, Erdkunde und Politik zu einem dreistündigen Fach: GEP

Besondere Förderung der musischen Begabung

  • Streicherklasse
  • Singklasse
  • Bläserkreis
  • Chor

Möglichkeit der Vorversetzung

- Wir beraten regelmäßig im Rahmen der Erprobungsstufenkonferenzen über die Schülerleistungen in einer Klasse.

- Wir sprechen Empfehlungen zum individuellen Überspringen einer Klasse aus, wenn besondere Begabungen und Leistungen bei SchülerInnen festgestellt werden.

- Wir beraten Eltern und SchülerInnen beim individuellen Überspringen einer Klasse mit Blick auf günstige Zeitpunkte für eine Vorversetzung sowie im Hinblick auf das Nacharbeiten versäumten Unterrichtsstoffs.

- Wir ermöglichen die Vorbereitung einer Vorversetzung im Rahmen eines so genannten „Sanftes Springens” oder „Teilspringens“. Dabei nehmen die betroffenen SchülerInnen zunächst in einem Fach am Unterricht der höheren Klasse teil. Dadurch bietet sich die Möglichkeit, die Klasse, in die gesprungen werden soll, kennenzulernen. Anschließend wird die Anzahl der Stunden in der höheren Klasse nach und nach erhöht und auf weitere Fächer ausgeweitet, damit die Schüler*in für sich entscheiden kann, ob sie die mit dem Springen verbundenen Belastungen bewältigen will und auch dazu in der Lage ist.

- Wir betreuen und fördern SchülerInnen, die eine Klasse überspringen, in der Übergangszeit durch Zusatzunterricht und beobachten diese besonders in der aufnehmenden Klasse, wobei die ersten Wochen als Probezeit angesehen werden und ein Rücktritt in die alte Klasse zu dieser Zeit noch möglich ist.