Mensch und Welt (MuW)

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Über die eigenen Horizonte hinausblicken

Der Philosoph Markus Gabriel hat ein überzeugendes Buch mit dem Titel „Warum es die Welt nicht gibt“ geschrieben.

Warum also ein Differenzierungskurs mit dem Titel „Mensch und Welt“?

Die Welt, wie wir sie kennen, ist eine Welt, welche immer weiter spezialisiert und in ihre Einzelelemente aufgespalten wird – schon in der Schule gibt es einzelne Fächer: Mathematik, Physik, Erdkunde, Biologie und so weiter; diese geben uns jedoch nur einen Einblick in 5% der gesamten Weltmaterie.
Wo bleibt also neben dem, was für uns in irgend einer Form „messbar“ ist der Blick für das „große Ganze“? Was ist der Unterschied zwischen „Lebenszeit“ und „Weltzeit“? Und – gibt es „Kristallisationspunkte“, in denen sich all unsere Einzelerkenntnisse zusammen führen lassen?
In „Mensch und Welt“ möchten wir eine Gesamtperspektive einnehmen. Wir wollen versuchen, die so selbstverständlich gewordene Aufspaltung zwischen „Naturwissenschaften“ und „Geisteswissenschaften“ in ihren Einzelerkenntnissen zusammenzuführen, ein Bewusstsein für die unterschiedlichen Perspektiven schaffen und das, was sie verbindet in den Blick nehmen.
Der Differenzierungskurs „Mensch und Welt“ war in den letzten drei Jahren kombiniert mit dem Projekt „Herausforderung“. Nun werden in den folgenden Jahrgängen (ab dem Schuljahr 2017/2018) von der gesamten Jahrgangsstufe 9 – unabhängig von der Differenzierungskurswahl  – Herausforderungen angegangen, sodass sich „Mensch und Welt“ wieder neu vertiefen lassen kann.

Was bedeutet das konkret hinsichtlich der gerade genannten Perspektive?

Ursprünglich handelte es sich bei dem Kurs um eine Kombination aus den Fächern Philosophie und Biologie, mit dem Ziel, naturwissenschaftliche und geisteswissenschaftliche Gedankengänge zusammenzuführen. Dieses Ansinnen soll weiterhin verfolgt werden. Fächerübergreifend und philosophisch fundiert können Themenfelder wie Gentechnik, Ökologie und Ökonomie, Interkulturalität, Quellen der Erkenntnis, Leib und Seele, künstliche Intelligenz, uvm. behandelt werden. Dabei ist die große Offenheit zu betonen - das individuelle Erkenntnisinteresse der Schüler ist entscheidend für die Auswahl konkreter Inhalte, was auch im Kerncurriculum ersichtlich wird.

Die Inhalte orientieren sich an den von Immanuel Kant formulierten, zentralen Fragen, die jeden Menschen in der Welt betreffen:

1. Was kann ich wissen?
2. Was soll ich tun?
3. Was darf ich hoffen?
4. Was ist der Mensch?

Somit ist der Differenzierungskurs „Mensch und Welt“ vor allem auch hinführend zum Fach Philosophie, das sich in der Oberstufe des evaus seit Jahrzehnten bewährt und immer wieder zur Wahl eines Leistungskurses Philosophie in der Oberstufe geführt hat.
Der Kurs soll zu eigenem Engagement ermutigen und sucht Antwort- als auch Handlungsmöglichkeiten – insbesondere bezüglich (umwelt-)ethischer Kontroversen, Identitätsfragen, dem Umgang mit technischem Fortschritt und weiteren Sachverhalten, die der Altersklasse angemessen aufgespürt und aufbereitet werden.
Schriftliche Kursarbeiten
bestehen beispielsweise aus Textanalysen oder Erörterungen von Fallbeispielen und sollen nach Absprache durch die möglichst fächerübergreifende Projektarbeit ersetzt werden. Hier können sich die Schüler kreativ einbringen.
Die Textarbeit und der Umgang mit Auszügen aus philosophischen Werken wird hier bereits erprobt, denn es zeigen sich gerade dort spannende Gedankengänge. Damit verbunden ist ein Methodentraining, das erfahrungsgemäß eine überaus positive (Neben-)Wirkung in anderen Unterrichtsfächern mit sich bringt.
Für das Fach „Mensch und Welt“ bedarf es keiner speziellen Begabung. Ein jeder ist willkommen, um gemeinsam weiterzudenken, kritisch zu hinterfragen, angeregt zu diskutieren, über die eigenen Horizonte hinauszublicken und dabei Ideen aufzuspüren, was es mit uns Menschen in der Welt so auf sich haben könnte und sollte.

Curriculum Mensch und Welt