Streicherklassen

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Ein Projekt des Evangelischen Gymnasiums Siegen-Weidenau und der Musikschule Siegen

"Bratsche? – Was ist das denn?"

Diese Frage hört man immer seltener am Evau, denn seit einiger Zeit gibt es kleine Nachwuchsexperten in Sachen Streichinstrumente. Anstelle des "normalen" Musikunterrichts erlernen Schülerinnen und Schüler von der 5. Klasse an für zwei Jahre in Gruppen von ca. 20-30 Teilnehmern die Grundtechniken des Geigen-, Bratschen-, Cello- oder Kontrabass-Spiels. Mit hoher Motivation, sichtbarer Freude am Musizieren und großer Konzentration und Ernsthaftigkeit nehmen die SchülerInnen diese ungewöhnliche Form des Musikunterrichts an.

Die Rolland-Methode

Unterrichtet wird nach der Rolland-Methode, einer Unterrichtsmethode, die für High Schools in den USA entwickelt wurde und sich seit einigen Jahren auch in Deutschland bewährt hat. 

Team-Teaching

Die Streicherklassen werden immer von zwei Lehrerinnen zusammen betreut, die sich zum einen dadurch ergänzen, dass eine Expertin für die hohen Streicher und die andere Expertin für die tiefen Streicher ist. Zum anderen ergänzen sie sich auch während des Unterrichtsgeschehens durch wechselnde Aufgabenverteilung von Unterrichten (Ansprache sowie Anweisen der gesamten Gruppe von vorne) und Assistenz (individuelle Korrektur einzelner Schüler). Dadurch können Schwierigkeiten sofort entdeckt und behoben werden.

Vom Groben zum Feinen

Den SchülerInnen werden in leicht nachvollziehbaren, bildhaften Anweisungen Grundtechniken des Streichinstrumentenspiels vermittelt. Alle Bewegungsübungen betreffen den ganzen Körper, d.h. um Verspannungsprobleme zu vermeiden wird auch der gymnastische Aspekt trainiert. Dabei werden zuerst grobmotorische, also nahe am Rumpf ausgeführte Bewegungen, eingeübt, die nach und nach immer stärker verfeinert werden.

Alle Lernschritte sind minutiös aufgegliederte Elemente, die in kleinsten Schritten vom Bekannten zum Unbekannten fortschreiten und Grundtechniken wie zum Beispiel Spiccato und Vibrato bereits in den ersten Wochen anlegen.

Teach music through music

Die Einbindung sämtlicher Übungen in einen musikalischen Kontext bildet einen zentralen Aspekt der Rolland-Methode. Für jeden neuen Lernschritt sind Musikstücke vorhanden, so dass das Gelernte sofort in der musikalischen Praxis angewendet werden kann. So werden die Unterrichtsinhalte im eigentlichen Sinne des Wortes "begriffen".

Musiktheorie

Das ansonsten gefürchtete Notenlesen und das Erlernen der anderen elementaren Parameter der Musik nehmen die SchülerInnen der Streicherklassen fast automatisch mit, denn sie gehen mit ihnen ständig praktisch um. Der Lerneffekt wird dabei durch die beständige mehrkanalige Zugangsweise – Hören, Fühlen, Verstehen – deutlich erhöht.

Musik – Ja, und?

Neben den rein musikalischen Zielen, die unser Projekt verfolgt, hat der Klassenunterricht aber noch ganz andere positive Nebeneffekte:

· Das Training der Feinmotorik fördert auch in anderen schulischen und außerschulischen Zusammenhängen die Entwicklung der Kinder.

· Der "lange Atem" der SchülerInnen wird durch einen langfristig angelegten Lernprozess und das gemeinsame Erlebnis des Durchhaltevermögens herausgefordert und gefördert.

· Studien zeigen, dass die Teamfähigkeit und die Sozialkompetenz durch das Erlernen eines Instrumentes deutlich gesteigert werden.

Geringer Kostenaufwand

Kosten entstehen für die Eltern nur in geringem Umfang für die zusätzliche Lehrkraft von der Musikschule Siegen und die Instrumentenausleihe (derzeit 25 Euro pro Monat). Die Instrumente werden den Schülerinnen und Schülern von der Schule für die Dauer von zwei Jahren zur Verfügung gestellt.